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Ausgangslage

Eine junge Familie beabsichtigt, das um 1720 erbaute Wohnstallhaus denkmalgerecht zu sanieren, um es danach selbst zu beziehen. Das Gebäude soll nach über 20 Jahren Leerstand wieder bewohnbar gemacht werden.

Die Voruntersuchung in Form einer kleinen Machbarkeitsstudie hatte die Aufgabe zu prüfen, ob das neue Raumkonzept aus Sicht der Denkmalpflege zu realisieren ist. Für die sehr aufwändige Sanierung sollten Mittel aus Förderprogrammen des Landes wie auch des Bundes beantragt werden.

Bestandsbilder
Bestandsbild des denkmalgeschützten Wohnhauses
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Geschichtlicher Hintergrund

Durch die Probenentnahmen aus dem nahezu vollständig erhaltenen Holztragwerk konnte dendrochronologisch nachgewiesen werden, dass die Hölzer für das Tragwerk des Gebäudes im Winter 1719/1720 eingeschlagen wurden. Dies deutet darauf hin, dass das Gebäude unmittelbar im Anschluss an diese Zeitperiode errichtet wurde.

Das Wohnstallhaus war zweigeteilt, wobei der nördliche Teil die Wohnung des Eigentümers beherbergte, während der südliche Teil für die Eltern, die „Altbauern“, vorgesehen war. Beide Wohnbereiche waren symmetrisch gestaltet, wobei ⅔ der Fläche dem Jungbauern und ⅓ den Altbauern zugeordnet waren.

Rekonstruktion Obergeschoss – Zustand um 1720 von Bauforscher Tillmann Marstall

Besonders beeindruckend zeigt sich der Nordgiebel mit aufwändigem und kräftig dimensioniertem Zierfachwerk, welches den damaligen Wohlstand der Eigentümer im Ort verdeutlichte.

Im Jahr 1881 wurden im Erdgeschoss Stallungen eingerichtet. Wohl aufgrund großer Schäden aus der Stallnutzung wurde im Jahr 1950 der Nordbereich des Gebäudes grundlegend umgebaut.

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Konzept

In unserem Konzept wird darauf geachtet, dass das alte Gebäude und seine Geschichte bewahrt bleiben. Das Ziel ist nicht nur die Erhaltung der Historie, sondern auch die Kombination von Gemütlichkeit und modernen Elementen.

Erdgeschoss

Im Erdgeschoss sollen Werkstatt, Hauswirtschafts- und Haustechnikräume entstehen. Der alte Gewölbekeller bleibt Vorratsraum.

Obergeschoss

Dachgeschoss

Auf der Nordseite sollen zwei Gäste-/Kinderzimmer mit einem kleinen Bad entstehen.

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Umsetzung

Am und im Projekt wird derzeit intensiv gearbeitet, vor allem auch in Eigenleistung des Bauherrn.

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Wettbewerb
Das denkmalgeschützte Rathaus in Trossingen

Beim Verhandlungsverfahren mit Lösungsvorschlag für einen Erweiterungsbau mit Sanierung eines historischen Rathauses haben wir den 2. Platz im Wettbewerb belegt.

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Aufgabenstellung

Das Rathaus in Trossingen besteht aus zwei Gebäudeteilen: dem historischen Altbau aus dem Jahr 1904 – denkmalgeschützt und Herzstück der Verwaltung – sowie dem Erweiterungsbau aus dem Jahr 1980.

Durch den Zuwachs an Einwohnern und Dienstleistungen ist eine Erweiterung der Verwaltung notwendig. Der Anbau aus dem Jahr 1980 soll rückgebaut werden. An dieser Stelle soll ein neuer Erweiterungsbau mit ca. 75 Arbeitsplätzen sowie einem Sitzungssaal, Besprechungs- und Sozialräumen (Programmfläche ca. 2.800 m²) entstehen, der die ca. 37 Arbeitsplätze im Altbau ergänzt und so die räumlichen Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Verwaltung schafft.

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Städtebauliche Einbindung

Die orthogonale Erweiterung ist als gegliederter Baukörper, ohne jegliche Ecken oder Schrägen, parallel hinter dem historischen Rathaus angeordnet und nimmt ungefähr die Länge und Tiefe des bestehenden Rathauses auf.

Die neuen Baukörper mit flachem Dach ordnen sich dem denkmalgeschützten Gebäude unter. Gemeinsam mit der benachbarten Turnhalle und Musikhochschule wird eine räumliche Kante zum Park gebildet. Die angrenzende Frei- und Parkfläche soll möglichst erhalten bleiben.

Die Baukörper stehen in Flucht und Versatz zueinander, als Reaktion auf die angrenzende Bebauung. Schmale, transparente Verbindungen zwischen den Volumen lassen das denkmalgeschützte Rathaus freistehend und erlauben Durchsichten.

Das mittlere Volumen schiebt seitlich hinter dem Rathaus vor und kann vom Platz aus bereits gesehen werden. Die beiden neuen Volumen setzen den Bestand als rhythmisierte und schlicht gehaltene Ergänzung fort und sollen mit angemessener Dimension in Erscheinung treten.

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Architektonisches Konzept

Die neue Erweiterung vom historischen Rathaus grenzt sich bewusst vom bisherigen Anbau ab.

Orthogonalität als Kontrast zum verwinkelten Bau aus den 80er-Jahren. Einfache, wiederholende und offene Strukturen über alle Geschosse. Barrierefreie Erreichbarkeit von allen Ebenen und Arbeitsbereichen mit Verzicht auf Halbgeschosse. Einfache Erreichbarkeit und Wegeverbindung für den täglichen Betrieb und Besucher.
Das denkmalgeschützte Rathaus bleibt in seiner Substanz und Raumstruktur erhalten. Der bisherige Übergang zum Anbau aus den 80er-Jahren wird rückgebaut und die Stelle in ihrem ursprünglichen Zustand hergestellt. Stattdessen gibt es in allen drei Geschossen einen Steg als Verbindung zur Erweiterung mit Sicht auf das freigestellte Treppenhaus. Am geplanten Übergang wird am wenigsten Eingriff in die Grundrissstruktur vorgenommen.

Die Fassaden der Erweiterung werden von verglasten Bändern mit schmalen Fensterflügeln umrahmt. Als bindende Synergie zum denkmalgeschützten Rathaus nehmen die geschlossenen Brüstungen am unteren Abschluss die Formensprache der unterschiedlichen Fensterstürze des Bestands auf.

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Konstruktion und Materialität

Die neuen Gebäudeteile werden bis auf das Untergeschoss in vorgefertigter Holzbauweise erstellt. Unter Berücksichtigung technischer Anforderungen, gewünschten Oberflächenqualitäten und der Kostenoptimierung werden unterschiedliche Bauweisen wie Holzrahmenbau oder Massivholzbau kombiniert. Soweit gewünscht, wird auf nachhaltige und zertifizierte Baustoffe gesetzt.

Der Entwurf sieht eine gerasterte Struktur über sämtliche Geschosse vor. Dies vereinfacht nicht nur Statik oder Leitungsführungen, sondern lässt auch frei disponierbare Bürozonen entstehen. Mit einem Raster von 1,25 m bis 1,35 m sind sämtliche Raumeinteilungen und Arbeitswelten realisierbar.

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Funktionsbereiche / Innere Organisation

Drei Baukörper mit jeweils vier Geschossen sind in jedem Geschoss miteinander barrierefrei verbunden. Die Flächen sind möglichst neutral gestaltet, sodass die benötigten Büroflächen frei für eine zukunftsfähige Stadtverwaltung eingeteilt werden können.

Die zur Verfügung stehenden Bereiche können in ihrer Gestaltung mit Einzelbüros, Großraumbüros oder dem Thema New Work mit kreativen Funktionen bespielt werden. Die Struktur lässt Änderungswünsche ohne große Eingriffe zu. Durch den Kern im Innern können Bereiche frei definiert und gemäß den Anforderungen auch räumlich abgetrennt werden. Die dienenden Nebenräume sind auf den Geschossen im Kern gleichmäßig verteilt.

Gesunde Arbeitswelten bieten verschiedene Zonen für unterschiedliche Ansprüche und Anforderungen an.

Flexible (=dynamische) Arbeitsumgebungen bringen Menschen, Räume und Technologie zusammen und passen sich an Veränderungen in Bezug auf Art, Ort und Zeit der Arbeit an.

Empfangsbereich

Das Foyer des Gebäudes wurde gestaltet, um eine einladende und funktionale Atmosphäre zu schaffen. Es verfügt über Sitzstufen und einen überhöhten Bereich, der eine interessante räumliche Dynamik schafft. Beim Betreten des Foyers fällt sofort der gut sichtbare Empfangsbereich ins Auge, was eine klare Orientierung für Besucher ermöglicht.

In diesem Foyer wurde besonderes Augenmerk auf die Raumakustik gelegt, um einen angenehmen und ruhigen Wartebereich zu schaffen.

Das Bürgerbüro in diesem Gebäude wurde mit einsehbaren Einzelbüros gestaltet, was für Transparenz und Offenheit steht. Dies ermöglicht den Mitarbeitern, in einer kommunikativen Umgebung zu arbeiten, während gleichzeitig die Privatsphäre gewahrt bleibt.

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Konzeptidee: Marktplatz der Medien

Unser Beitrag beim Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb zur Erweiterung und Modernisierung Stadtbibliothek in Esslingen am Neckar gewinnt den 3. Platz.

Die Stadtbücherei Esslingen gehört zu den wichtigsten öffentlichen Einrichtungen der Stadt und soll in dieser Funktion ein gesellschaftlicher Knotenpunkt sein: ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Inspiration. Durch eine offene und positive Atmosphäre steht sie jedem offen und lädt zum Verweilen ein.

Unsere Vision der Stadtbücherei Esslingen ist ein Marktplatz der Medien – ein Ort sozialer, kultureller und digitaler Teilhabe, der Lust auf Bildung, Austausch und Konversation macht.

Der Fokus liegt dabei auf der Mediennutzung, nicht auf den Medien selbst. Deshalb sind die Angebote der Stadtbücherei Esslingen breit gefächert, das Bestandsgebäude und der Erweiterungsbau bieten dafür die passenden Räume: Literatur-Café, Lernlabor, Kinderwelt, Gruppenräume, Soundlounge, Veranstaltungssaal – und dabei viele unterschiedliche Publikumsflächen.

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Materialien und Farben

Das Gesamtbild ist zurückhaltend und soll vor allem inspirieren. Der historische Bestand kommt auch eher zurückhaltend mit Sandsteinmauerwerk und Holzbalkendecke daher. Im Neubau ist im Gegensatz dazu die Akustikdecke in hellem Holz ausgeführt.

Helle, lebendige Böden ziehen sich einheitlich durch das Gebäude und bilden die Bühne für das Zusammenspiel von heimischen Hölzern sowie einer komplementären Farbpalette aus gedeckten Rot- und Grüntönen, die zusätzlich der Orientierung im Raum dient.

Farbiges Streckmetall wird in seinen unterschiedlichen Facetten an diversen Orten im Gebäude genutzt, einerseits um mit der Gebäudesubstanz zu arbeiten und so das Alte sichtbar und gleichzeitig nutzbar zu machen, andererseits als Eyecatcher, der den Elementen Transparenz und Wesen verleiht.

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Möblierungskonzept

Der Kerngedanke unseres Konzeptes ist die Verdichtung und Öffnung von Bereichen. Abwechslungsreiche Räume werden geschaffen durch bewusst eingesetzte Einbaumöbel, die den Bewegungsfluss im Raum leiten und durch die gezielte Auswahl loser Möbel ergänzt werden.

So werden die Möbel bewusst gesetzt und ermöglichen unterschiedliche Haltungen, von Sitzen, Lehnen, Stehen bis zum Liegen. Es eröffnen sich Räume, die vielfältig genutzt werden können: zum Fokussieren, sich Neuem öffnen, durch Medien schweifen, zum Zurückziehen und sich in Gruppen treffen.

Stadtbücherei Esslingen Erdgeschoss

Den Nutzer*innen soll maximaler Freiraum zur Verfügung stehen und gleichzeitig immer wieder die Möglichkeit zum Rückzug geboten werden. So wird dem Ziel der Stadtbücherei Esslingen optimal Rechnung getragen.

Das Regalkonzept besteht aus einem einzigen Standardregal-Typ, der je nach Funktion angepasst werden kann, je nachdem welche Medien ausgestellt werden. So lassen sich Funktionen zum Orientieren, zum Präsentieren, zum Sortieren und Pausieren umsetzen.

Stadtbücherei Esslingen erstes Obergeschoss

Die natürlichen Materialien der Gebäude und die zurückgenommenen Farben werden durch die Raumbegrünung vervollständigt. Den alten Mauern soll so Leben eingehaucht werden, denn Pflanzen strahlen eine besondere Lebendigkeit aus und geben unserer Gestaltung auch Farben vor. Die Nutzer*innen werden angesteckt zu Lebendigkeit und Bewegung.

Stadtbücherei Esslingen zweites Obergeschoss
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Orientierung und interne Erschließung

Der Entwurf orientiert sich an den bereits durch die Architekten geschaffenen Qualitäten des Innenraums. Da die Raumanordnung bereits sehr gut funktioniert, wurden in unserem Entwurf keine wesentlichen Raumveränderungen vorgenommen, sondern die räumlichen und visuellen Verbindungen weiter ausgebaut. 

Spielerische Elemente wie Schaukeln verbinden die Geschosse in der Höhe. Ein- und Durchblicke animieren die Besucher*innen, sich das ganze Gebäude zu erschließen. Indem es überall etwas zu entdecken gibt, werden sie automatisch in Bewegung versetzt. Die Durchblicke in den Lesegarten oder die Tunnel zwischen den Sachbuchbereichen im Altbau lassen die Besucher*innen in andere Welten eintauchen.

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Beleuchtungskonzept

Die unterschiedlichen Decken im Neubau und der denkmalgeschützten Gebäudesubstanz werden auf verschiedene Weise inszeniert.

Ein abgependeltes Deckenraster dient als flexibles Beleuchtungsystem für Akzent- und Allgemeinbeleuchtung. Die Hauptbeleuchtung besteht aus einem Beleuchtungssystem zur oberflächlichen Installation an der Decke mittels starren und verstellbaren Stangen. Die LED-Lichtquellen mit direktem oder indirektem Licht aus verstellbaren und hängenden Strahlern können an dem Röhrenprofil flexibel montiert werden. Das Beleuchtungssystem ermöglicht Akzentbeleuchtung, Umgebungsbeleuchtung mit direktem und indirektem Licht und dekoratives Licht. Filigrane, lineare Elemente inszenieren indirekt und teilweise mystisch beleuchtet den Bestand.

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Ein Stützender Neubau

Unser Wettbewerbsbeitrag beim offenen Wettbewerb zur Hotelerweiterung Kloster Eberbach.

Das Konzept sieht ein Hotel der kurzen Wege vor, das mit natürlichen Materialien im historischen und malerischen Ambiente zum Wohlfühlen und Genießen einlädt.

„Nur wer in die Vergangenheit schaut, kann die Zukunft bauen“ Ganz diesem Leitgedanken folgend, setzt sich der vorliegende Entwurf intensiv mit dem ‚Genius Loci‘ – dem Geist und der architektonischen Sprache – der bestehenden Klosteranlage auseinander und greift diesen als zentralen Entwurfsaspekt auf.

Dem Credo der Stiftung „Altes in Würde bewahren und pflegen“ entsprechend, wird städtebaulich die Struktur des Klosters, in der sich einzelne Baukörper um die innere Klosteranlage platzieren, aufgegriffen und der Anbau im bestehenden Duktus der fächerförmigen Anordnung erweitert. Das zentrale, verbindende Element ist die historische Klostermauer, die den neuen Eingang rahmt und die privaten Bereiche schützt.

Der Umgang mit dem Bestand folgt dem Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs. Das bestehende Gästehaus bleibt in seiner Hülle und Tragstruktur weitestgehend unangetastet. Es erfolgt lediglich eine teilweise Umstrukturierung der Hotelzimmer im Obergeschoss. Im Erdgeschoss präsentiert sich der neue Tagungsbereich mit separatem Eingang. Der Altbau erhält durch die Neuordnung der Funktionen eine Aufwertung und Wertschätzung seiner Selbst.

Die nicht denkmalgeschützt „Alte Schule“ wird als strukturell nicht erhaltenswert eingeordnet und rückgebaut. Die innere Klostermauer wird an dieser Stelle wieder geschlossen. Der Baukörper des Neubaus setzt sich behutsam vom Bestand sowie der inneren und äußeren Klostermauer ab, interpretiert diesen aber in Typologie und Volumetrie. So entsteht ein Ensemble gleichberechtigter Partner, die durch eine Fuge, in der sich der zentrale Eingangsbereich befindet, getrennt sind.

Beide Gebäudekörper entsprechen sich in ihrer Ausbildung des Querschnitts und verfügen über eine schwere, massive Konstruktion. Diese wird im Neubau architektonisch neu interpretiert als Massivholzbau ausgebildet. Auch das neue Schieferdach passt sich der Dachlandschaft der Klosteranlage an.

Das Foyer, ausgebildet als Fuge zwischen Neu und Alt und der Langkörper der Gastronomie im Schutz der Mauer werden transparent als untergeordnete Baukörper ausgeformt. Sie lassen den Wald und die Mauer noch stärker erlebbar machen und spiegeln die prägnanten Merkmale des Gebietes – die Wiese, den Wald und den Weinberg – in ihrer äußeren Erscheinung (Fassadenbegrünung mit Weinreben, extensive Dachbegrünung sowie die karbonisierte Fassade des Neubaus) wieder.

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Ein Spagat zwischen wirtschaftlichen Belangen, funktionalen Vernetzungen & denkmalerischen Grundsätzen

Nächtigen und Tagen umgeben von Jahrhundertealter Geschichte

Wie auch bisher befinden sich im Obergeschoss des Bestandsgebäudes 17 Doppelzimmer, welche lediglich einer teilweisen Umstrukturierung (z.B. in Suiten) und Sanierung (durch z.B. Wandheizung in Kombination mit Lehmputz oder Sichtholzoberflächen) unterworfen werden. Neu ist ein großzügiger Tagungsbereich mit zuschaltbarem Multifunktionsraum als Highlight im Erdgeschoss. Bis auf die oben genannten innerlichen strukturellen Eingriffe bleiben die Außen – und Tragstruktur weitestgehend unangetastet. Allein der Zugang zum Neubau wird über eine sensibel ausgeformte gläserne Fuge sichergestellt.

Bindeglied & Neues Band als Kommunikator zwischen den Jahrhunderten

Der neue Haupteingang erfolgt über das bestehende Holztor in der nördlichen Ecke der Klostermauer. Ein durchgesteckter Windfang aus Titanzink weckt das Interesse des Besuchers und bildet die neue Adresse. Die zweigeschossige, grüne Glasfuge verbindet die beiden Gebäude auf Traufhöhe und lässt Blicke auf den Wald weiterhin zu. Sie ist hinter der Mauer nur minimal sichtbar, jedoch ausreichend um den Betrachter neugierig zu machen. Als neues Herz und Zentrum, an welches alle Bereiche angrenzen, schließt sie behutsam an den Altbau an. Von hier aus erfolgt der Zugang zu den Zimmern, dem Restaurant und dem Wellnessbereich. 

Schwarzer Diamant in Grüner Oase

Der Neubau platziert sich nördlich des Altbaus in Erweiterung dessen, abgerückt von der inneren und äußeren Klostermauer. Er beherbergt 66 Hotelzimmer auf 3 Ebenen, sowie die Technikzentrale und Teile des Wellnessbereiches im Untergeschoss. Er nimmt sich in Form und Gestaltung zurück, wirkt unaufgeregt, ruhig und geerdet. Zum Inneren des Klosters hin präsentiert der Neubau sich mit einem geschlossenen Wandbild, kontrastreich zum grünen Wald und gleichzeitig Interesse weckend.

Die zum Wald hin gewandte Seite muss aus denkmalerischer Sicht der Wirtschaftlichkeit des Nutzbaus Tribut zollen. Um die Belichtung und Belüftung der Hotelzimmer zu gewährleisten, schneiden sich hier größere Kuben in den Baukörper. Dies jedoch geschieht auf größtmöglich subtile Art und Weise und ohne die Gesamtkubatur zu stören.

Keramiklamellen, die die Dachhaut für den Betrachter geschlossen wirken lassen, sorgen für eine ausgezeichnete Innenraumbelichtung der Galeriegeschosse. Lediglich sechs simple und elegant ausgebildete Gauben prägen die Ansicht nach Osten und bieten einen atemberaubenden Blick über die komplette Klosteranlage.

Lowtech dank Hightech: Unser Konzept für ein modernes Hotel Kloster Eberbach
In der winterlichen Jahreszeit, wenn die Laubbäume ihre Blätter fallen gelassen haben, passt der Neubau sich mit seiner pechschwarzen Farbe der Farblichkeit des Waldes an.

Speisen im Schutz der Inneren Mauer

Der eingeschossige Riegelbau entlang der inneren Klostermauer beherbergt sowohl die Gastronomie, als auch den Personalbereich. Umgeben von Weinranken und altem Gemäuer, ausgestattet mit großflächig öffenbaren Schiebetüren, verschwimmen die Grenzen zwischen Innen und Außen. Von außerhalb des Grundstücks bleibt der Baukörper unsichtbar, trägt dafür Innen einen umso größeren Teil zur Gestaltung und Zonierung des Innenhofes bei. Das Gründach und der im Zwischenraum aufgespannte Kräutergärten erfolgen in Anlehnung an die heute auf etwa Dachniveau gelegene Kräuterwiese. Die Weinreben assoziieren die klostereigenen Weinberge. 


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Das Hotel der kurzen Wege

Zimmer

Die 83 Doppelzimmer sind sowohl im Bestand als auch im Neubau als Einspänner organisiert und orientieren sich nach Westen hin zum Wald. Sie erstrecken sich über drei Geschosse im Neubau und im Obergeschoss des Bestandsgebäudes. Durch den Anschluss des Neubaus an den Bestand können alle Zimmer barrierefrei erschlossen werden. Die Erschließung im Neubau erfolgt über zwei Treppenhäuser. 8 barrierefreie Zimmer befinden sich dem Foyer zugeordnet im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss. Ein Highlight stellen die Galeriegeschosse im Dachstuhl dar.

Wellness

Der Wellnessbereich mit Fitnessraum ist zentral im Gebäudeensemble angeordnet und befindet sich im neuen Untergeschoss mit eigenem Außenbereich für Sauna, Fitness und Meditation. Über das Foyer erfolgt der direkte Zugang für Tagesgäste. Zusätzlich wird der Wellnessbereich von zwei Seiten mit einem privaten Zugang aus den Zimmerbereichen erschlossen, ohne den Publikumsverkehr queren zu müssen.

Tagungsräume

Der neue Tagungsbereich befindet sich im Sockelgeschoss des Altbaus. Er verfügt über einen separaten Eingang, den heutigen Hotelzugang. Als besonderes Highlight wird der bestehende Frühstücksraum zu einem Multifunktionsraum ungenutzt. Dieser kann entweder je nach Bedarf Tagungen zugeschaltet oder als Eventlocation (z.B. für Hochzeitsfeiern) separat gebucht werden. Zugang erfolgt intern aus dem Obergeschoss des Altbaus oder über den Rückbereich des Foyers. Tagungsgäste gehen zum Mittagessen in die alte Klosterschänke. Je nach Eventgröße wird der Tagungsbereich, wie auch bereits aktuell im Bestand, von der Klosterschänke über ein Catering beliefert. Auch das Hotelrestaurant ist intern fußläufig und über den Außenbereich und die Hotellobby barrierefrei schnell erreichbar.

Restaurant

Der Gastronomiebereich liegt offen gestaltet im Garten entlang der Mauer. Er ist zentral und überdacht aus dem Hoteltrakt zugänglich. Als Highlight wird das alte Tor in der Mauer reaktiviert und somit ein zweiter Zugang von außen geschaffen. Im Empfangsbereich ist ein großzügiges Büffet angeordnet. Außerdem finden eine Bar für Drinks am Abend und eine Showküche platz. Insgesamt können rund 150 Gäste im neuen Speisesaal speisen. 

Kräutergarten

Zwischen dem Neubau und der Gastronomie spannt sich der Kräutergarten in Anlehnung an die alte Kräuterwiese auf. Pflanzbeete, Hochbeete und Kiesbeete bieten die Möglichkeit zu naschen, entspannen oder verweilen. Zusammen mit der Anlage des Gewächshauses gleich neben dem Schmidgarten bietet der neue Kräutergarten die Grundlage für die regionale Hotelküche.

Anlieferhof und Personalbereich

Der Höhenunterschied von 80 Zentimetern zum außen liegenden Weg wird über eine verschleifende Rampe ausgeglichen und die Anlieferung von Norden her erschlossen. Die Zufahrt erfolgt entweder über die Forstwege, insofern hierfür die Genehmigung erteilt wird oder den inneren Klosterweg. Hier erfolgt auch der direkte Zugang zum Personal- und Küchenbereich. Neben dem Stützpunkt befindet sich hier auch der Hausmeister und Räumlichkeiten für Müll und Fettabscheider. Das Treppenhaus mit den Wäschelagern und Personalaufzug grenzt in unmittelbarer Nähe an. 

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Lowtech dank Hightech

Holz, Lehm & Schafwolle: die natürliche Klimaanlage – Ein Trio mit 5 Sterne Potenzial

Die wichtigsten drei Faktoren für unser Wohlempfinden sind 1. die thermische Behaglichkeit, 2. die relative Luftfeuchte und 3. die Raumluftqualität. Die signifikantesten Eigenschaften der drei oben genannten natürlichen Baustoffe hierfür sind deren Speichermasse, Luftfeuchtigkeitsregulierung und Geruchsneutralisation.

Bauphysikalische Grundlage bietet die enorme Speichermasse einer einstoffigen Wand aus purem Massivholz, leimfrei und mechanisch gedübelt. Möglich und wirtschaftlich kompetitiv wird dies heutzutage erst durch modernste CNC-Fräsetechniken. Pures, massives Holz ist atmungsaktiv, antibakteriell und wirkt beruhigend auf den menschlichen Körper. Eine Nacht im Holzzimmer kann das menschliche Herz um bis zu 3600 Schläge pro Nacht entlasten.

Holz ist aromatisch, katalysiert Gerüche und Schadstoffe und ist thermisch enorm träge. Die phasenverschobene Auskühlungszeit von ca. 1 Monat einer massiven Holzwand bietet eine hervorragende Wärmespeicherkapazität und eine noch größere Wirksamkeit einer Bauteilaktivierung, als bisher aus dem Betonbau bekannt.

Da auf Folien komplett verzichtet werden kann, ist die Konstruktion Kondenswasser und schimmelfrei, da keine kondensierende Luftfeuchtigkeit anfällt. Winddichtigkeit besteht, da der Dampfdruck linear durch die Masse hindurch abgebaut wird. Unterstützend dazu kommt der Baustoff Lehm, der dem Holz sogar zusätzlich hilft, seine Luftfeuchte zu regulieren. Lehm hat eine hohe Luftfeuchteausgleichswirkung und Schimmelwidrigkeit, wirkt geruchsneutralisierend und antistatisch.

Die Schafwolle gilt als drittes Puzzleteil in der Kette. Ihre Luftreinigungsfunktion und schallabsorbierende Fähigkeit lassen sich vielseitig einsetzen. Alle drei natürlichen Baustoffe sind nachwachsend, konstruktiv rückbaubar und von lokaler Herkunft. Natürliche Fensterlüftung gewährleistet die Frischluftzufuhr im gesamten Gebäude. Diese wird mechanisch geregelt und gesteuert mit neuester technischer Sensorik. In den Zimmern gibt es zusätzlich Präsenzmelder und eine Zimmerbelegungssteuerung von der Rezeption aus.

Im Flur, Foyer, Restaurant und Tagungsbereich erfolgt der Luftaustausch über Querlüftung, in den Zimmern erfolgt die Abluft über die Sanitärschächte. Der Tagungsbereich und die Zimmer im Altbau laufen weiterhin über eine Abluftanlage im Dachstuhl. Die Küche erhält eine separate Lüftungsanlage, welche im Müllraum mit untergebracht ist. Heizung und Warmwasser werden über Erdwärme generiert.

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Gesamtkonzept, Einbindung Denkmalschutz

Der zusätzlich angegliederte neue Baukörper folgt dem additiven Prinzip des Kulturdenkmals und gliedert sich in die Symmetrie ein. Der verglaste Pavillon ordnet sich in seiner sehr zurückhaltenden Form dem Kulturdenkmal unter. Die städtebauliche Qualität und Eigenheiten des freistehenden solitären Gebäudes bleiben erhalten und werden durch die Addition des leichten Baukörpers gestärkt.

So entsteht unter Schaffung eines großzügigeren Eingangsbereichs eine neue Vorplatzsituation auf der akustisch von der Nachbarschaft abgewandten Ostseite der Halle. Der Außenraum wird hier über den Sockel fließend mit dem Foyer verbunden. Freibereich und Foyer werden als ein durchgängiger Raum wahrnehmbar.
Die Ganzglasfassade mit ihrer dunkel eloxierten Metall-Konstruktion umfasst mehrere Schiebe-Elemente, durch die sich der Pavillon Richtung Osten und Süden hin öffnen lässt. Nach Süden und Osten entstehen Sitzstufen. Die Überdachung schafft einen großzügigen vom Regen geschützten Freibereich.


Im Erdgeschoss des unterkellerten Erweiterungsbaus befinden sich der barrierefrei zugängliche Haupteingang zur Festhalle und das Foyer mit freistehender Bar. Vom großzügigen Foyer gelangt man zur Festhalle und zu den Nebenräumen im Untergeschoss.


Die Bühne wird nach Westen, unter Beibehaltung der Achsensymmetrie verlegt und maximal in der Breite vergrößert. Eine Vergrößerung in der Tiefe kann über mobile Bühnenelemente erreicht werden. Die Festhalle bleibt in Ihrer Größe erhalten und fasst weiterhin 220 Personen in Reihenbestuhlung.


Die Küche wird zentral zwischen Foyer und Festhalle platziert und ermöglicht so kürzeste Wege in den Saal sowie in das Foyer. Eine direkte Anlieferung von der Alten Nagolder Straße ist möglich.
Einbauten werden mit Stoff bespannt und sind akustisch wirksamen. Ebenso werden die akustischen Maßnahmen in der Stirn- und Rückwand platziert.

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Konstruktions- und Materialisierungskonzept

Der Erweiterungsbau mit flach geneigtem Dach wird in einer Stahlkonstruktion ausgeführt.
Das Untergeschoss wird aus einem wasserundurchlässigen Beton hergestellt.

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Fassadengestaltung

Die verschindelte Fachwerkfassade wird saniert. Das Farbkonzept wird an das im Jahre 1926 fertiggestellten Gebäude angelehnt.

Die Schindelfassade wird hell gehalten, die Fensterrahmen weiß gestrichen und die Rahmen um die Sprossenfenster auf der Süd- und Nord-Seite des Gebäudes werden durch die dunkle Farbigkeit hervorgehoben.
Die Fassade des Anbaus stellt in ihrer Klarheit einen modernen Kontrast zur historischen Festhalle dar. Die anthrazitfarbenen Metallrahmen der Verglasung nehmen Bezug auf die dunklen Farbakzente der denkmalgeschützten Fassade.

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Freianlagen, Nutzungskonzept

Die Festhalle ist über die alte Nagolder Straße erschlossen. Der neue Haupteingang und die Zufahrt zum Parkplatz werden auf die Ostseite verlegt. Die Mehrzahl der Parkplätze befindet sich im Süd-Osten. Hier entsteht ein gestalteter Platz, der den vorhandenen Ahornbaum integriert. Der Parkplatz kann auch für Feste oder Märkte genutzt werden.

Der verdolte Haiterbach wird im Süden renaturiert und freigelegt. Als Abschluss der Platzfläche entsteht hier ein attraktiver Bereich mit Aufenthalt am Wasser.
Das Vereinsheim kann in Zukunft von unten über eine Brücke angefahren werden.

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Wirtschaftlichkeit

Das Entwurfskonzept stellt unter dem gegebenen Raumprogramm einen minimalinvasiven Eingriff dar.

Die Grundstruktur des historischen Gebäudes bleibt erhalten, die Größe des Anbaus wird auf ein Minimum reduziert.

In Zusammenarbeit mit:
frei raum concept
SCHNEPF Planungsgruppe Energietechnik

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Die moderne Ausgestaltung der Innenräume gibt den Patienten Würde und schafft ein Ambiente, in dem man sich einfach wohlfühlen muss.

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Ausgangspunkt

Das denkmalgeschützte Backsteingebäude Baujahr 1888 wird als Fachklinik für Psychiatrie genutzt. Der Ausstattungsstandard und die brandschutztechnische Ausrüstung erfüllt nicht mehr die heutigen Anforderungen.

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Konzeption

Mit der umfangreichen Sanierung wird die Einrichtung an heutige und zukünftige Standards angepasst.

Alle Patientenzimmer erhalten direkt zugeordnete Nasszellen, einige Patientenzimmer werden behindertengerecht ausgeführt. Die gesamte Sanitäreinrichtung einschließlich aller Leitungen und die gesamte Elektroinstallation in den Stationen wird komplett erneuert. In das Gebäude wird eine flächendeckende Brandmeldeanlage eingebaut. Auch Rufanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Alarmierungsanlage und der bauliche Brandschutz wird an die gesetzlichen Vorgaben angepasst. Die gesamte Innenausstattung und Möblierung wird neu gestaltet.

Das Innenraumkonzept orientiert sich bei Farben und Materialien an den Bedürfnissen der psychisch kranken Patienten.
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Umsetzung

Die Umbau- und Sanierungsarbeiten wurden in der sehr kurzen Bauzeit von nur drei Monaten durchgeführt.

Dies erforderte im Vorfeld eine sehr detaillierte Planung und genaue Absprachen mit dem Bauherrn, der Genehmigungsbehörde, der Denkmalschutzbehörde, dem TÜV und anderen Beteiligten.

Es waren auch sehr viele gemeinsame Termine und Besprechungen mit dem beteiligten Pflegepersonal und den Ärzten nötig. Das Bestandsgebäude musste komplett aufgemessen werden, da die vorhandenen Planunterlagen nicht korrekt waren. Durch die Auswahl von sehr zuverlässigen und leistungsfähigen Firmen und einem taggenauen Bauzeitplan konnten die sehr komplexen Bauarbeiten in der sehr knappen Bauzeit erfolgreich durchgeführt werden. Die meisten Fenster und viele denkmalgeschützte Bauteile wie Türen, Treppen usw. wurden fachgerecht nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde restauriert. Neben den Patientenzimmern wurden auch die Aufenthaltsräume und die Büros der Ärzte und Therapeuten sowie alle Therapieräume komplett saniert.

Nach Abschluss der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen stehen für die Patienten insgesamt 34 Plätze in Einzel- und Doppelzimmern zur Verfügung.

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Ausgangspunkt

Das seit dem Jahr 2004 leer stehende Wohn- und Gemeinschaftshaus als Hauptgebäude der ehemaligen Nazarenergemeinde wurde von zwei jungen Familien gekauft. Das „Nazarenerhaus“ steht zusammen mit weiteren, noch erhalten Gebäuden der ehemaligen Nazarenergemeinde samt deren Friedhof als Sachgemeinschaft unter Denkmalschutz.

Das ehemalige Nazarenerhaus wurde mit viel Herzblut und persönlichem Engagement des Bauherrn renoviert und in einen fantastischen Zustand versetzt. Das Leben im Denkmal wird so zu einem echten Erlebnis.

Konzeption

Es bestand der Wunsch das Gebäude als Wohnhaus für beide Familien und eine Wohngemeinschaft für junge Erwachsene auszubauen. Dabei wurden Eigenleistungen von weit über 4.000 Stunden geleistet.

Umsetzung

Im Erd- bzw. Sockelgeschoss befinden sich ein großer Gewölbekeller, ehemalige Bedienstetenzimmer, die Backstube und die Waschküche des Hauses. Die ehemalige Backstube wurde in ein Zimmer für die Wohngemeinschaft umgebaut. Im Bedienstetenzimmer fand eine kombinierte Stückholz-Pelletsheizung samt Pelletslager Platz. Die übrigen Räume im Erdgeschoss sind gemeinschaftlich genutzte Wirtschaftsräume.

Im 1. Obergeschoss befindet sich nach Nordosten gerichtet der ehemalige Bet- und Versammlungsraum, das Herzstück des Nazarenerhauses. In diesem und den anderen Räumen des 1. Obergeschosses wurde der Lebensraum für die Wohngemeinschaft eingerichtet. Dabei wurde der Bet- und Versammlungsraum in seiner Größe erhalten, und dient weiterhin als Versammlungsraum für die Gemeinschaft des ganzen Hauses.

Als Treffpunkt, Wohnzimmer und Küche bekam der Raum einen freistehenden Küchenblock eingebaut. Ein Bad und drei Schlafzimmer stehen der Wohngemeinschaft hier zur Verfügung. Das 2. Obergeschoss mit 1. und 2. Dachgeschoss wurde quer zur Gebäudeachse geteilt, um hier die Wohnungen der beiden Bauherrschaftsfamilien über jeweils drei Geschosse einzubauen.

Das Tragwerk aus Holzfachwerk wurde erhalten und entsprechend ertüchtigt. Aus Gründen der Heizenergieeinsparung sollte das Gebäude wärmegedämmt werden. Außen war die historische Holzschindelverschalung und hölzerne Fenstergewände mit zahlreichen Zierelementen erscheinungsprägend, während die Innenräume überwiegend mit hölzernen Lambrien und Wandtäfeln zusammen mit profiliertem Deckenstuck verziert waren. Als Kompromiss wurde mit dem zuständigen Denkmalpfleger die Wärmedämmung auf den Fassaden unter weitest möglichen Beibehaltung des Erscheinungsbildes konzipiert.

So bekamen die Fassaden eine Außendämmung aus Holzweichfaser- und Mineralfaserplatten mit einem Mineralputz als Decklage. Die hölzernen Fenstergewände wurden nach Außen in die neue Ebene versetzt. Weiterhin wurde der gesamte Fensterbestand ausgetauscht gegen Holzfenster, welche dem Original nachgebaut wurden. Die ausgebauten, erhaltensfähigen Originalfenster sind in der Scheune neben dem Haus eingelagert und für die Nachwelt erhalten.

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