Zum Hauptinhalt der Webseite

01

Gesamtkonzept, Einbindung Denkmalschutz

Der zusätzlich angegliederte neue Baukörper folgt dem additiven Prinzip des Kulturdenkmals und gliedert sich in die Symmetrie ein. Der verglaste Pavillon ordnet sich in seiner sehr zurückhaltenden Form dem Kulturdenkmal unter. Die städtebauliche Qualität und Eigenheiten des freistehenden solitären Gebäudes bleiben erhalten und werden durch die Addition des leichten Baukörpers gestärkt.

So entsteht unter Schaffung eines großzügigeren Eingangsbereichs eine neue Vorplatzsituation auf der akustisch von der Nachbarschaft abgewandten Ostseite der Halle. Der Außenraum wird hier über den Sockel fließend mit dem Foyer verbunden. Freibereich und Foyer werden als ein durchgängiger Raum wahrnehmbar.
Die Ganzglasfassade mit ihrer dunkel eloxierten Metall-Konstruktion umfasst mehrere Schiebe-Elemente, durch die sich der Pavillon Richtung Osten und Süden hin öffnen lässt. Nach Süden und Osten entstehen Sitzstufen. Die Überdachung schafft einen großzügigen vom Regen geschützten Freibereich.


Im Erdgeschoss des unterkellerten Erweiterungsbaus befinden sich der barrierefrei zugängliche Haupteingang zur Festhalle und das Foyer mit freistehender Bar. Vom großzügigen Foyer gelangt man zur Festhalle und zu den Nebenräumen im Untergeschoss.


Die Bühne wird nach Westen, unter Beibehaltung der Achsensymmetrie verlegt und maximal in der Breite vergrößert. Eine Vergrößerung in der Tiefe kann über mobile Bühnenelemente erreicht werden. Die Festhalle bleibt in Ihrer Größe erhalten und fasst weiterhin 220 Personen in Reihenbestuhlung.


Die Küche wird zentral zwischen Foyer und Festhalle platziert und ermöglicht so kürzeste Wege in den Saal sowie in das Foyer. Eine direkte Anlieferung von der Alten Nagolder Straße ist möglich.
Einbauten werden mit Stoff bespannt und sind akustisch wirksamen. Ebenso werden die akustischen Maßnahmen in der Stirn- und Rückwand platziert.

02

Konstruktions- und Materialisierungskonzept

Der Erweiterungsbau mit flach geneigtem Dach wird in einer Stahlkonstruktion ausgeführt.
Das Untergeschoss wird aus einem wasserundurchlässigen Beton hergestellt.

03

Fassadengestaltung

Die verschindelte Fachwerkfassade wird saniert. Das Farbkonzept wird an das im Jahre 1926 fertiggestellten Gebäude angelehnt.

Die Schindelfassade wird hell gehalten, die Fensterrahmen weiß gestrichen und die Rahmen um die Sprossenfenster auf der Süd- und Nord-Seite des Gebäudes werden durch die dunkle Farbigkeit hervorgehoben.
Die Fassade des Anbaus stellt in ihrer Klarheit einen modernen Kontrast zur historischen Festhalle dar. Die anthrazitfarbenen Metallrahmen der Verglasung nehmen Bezug auf die dunklen Farbakzente der denkmalgeschützten Fassade.

04

Freianlagen, Nutzungskonzept

Die Festhalle ist über die alte Nagolder Straße erschlossen. Der neue Haupteingang und die Zufahrt zum Parkplatz werden auf die Ostseite verlegt. Die Mehrzahl der Parkplätze befindet sich im Süd-Osten. Hier entsteht ein gestalteter Platz, der den vorhandenen Ahornbaum integriert. Der Parkplatz kann auch für Feste oder Märkte genutzt werden.

Der verdolte Haiterbach wird im Süden renaturiert und freigelegt. Als Abschluss der Platzfläche entsteht hier ein attraktiver Bereich mit Aufenthalt am Wasser.
Das Vereinsheim kann in Zukunft von unten über eine Brücke angefahren werden.

05

Wirtschaftlichkeit

Das Entwurfskonzept stellt unter dem gegebenen Raumprogramm einen minimalinvasiven Eingriff dar.

Die Grundstruktur des historischen Gebäudes bleibt erhalten, die Größe des Anbaus wird auf ein Minimum reduziert.

In Zusammenarbeit mit:
frei raum concept
SCHNEPF Planungsgruppe Energietechnik

Ähnliche Projekte

Erfahren Sie mehr über unsere Projekte und unsere Arbeitsweise.

Alle Projekte

Die moderne Ausgestaltung der Innenräume gibt den Patienten Würde und schafft ein Ambiente, in dem man sich einfach wohlfühlen muss.

06

Ausgangspunkt

Das denkmalgeschützte Backsteingebäude Baujahr 1888 wird als Fachklinik für Psychiatrie genutzt. Der Ausstattungsstandard und die brandschutztechnische Ausrüstung erfüllt nicht mehr die heutigen Anforderungen.

07

Konzeption

Mit der umfangreichen Sanierung wird die Einrichtung an heutige und zukünftige Standards angepasst.

Alle Patientenzimmer erhalten direkt zugeordnete Nasszellen, einige Patientenzimmer werden behindertengerecht ausgeführt. Die gesamte Sanitäreinrichtung einschließlich aller Leitungen und die gesamte Elektroinstallation in den Stationen wird komplett erneuert. In das Gebäude wird eine flächendeckende Brandmeldeanlage eingebaut. Auch Rufanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Alarmierungsanlage und der bauliche Brandschutz wird an die gesetzlichen Vorgaben angepasst. Die gesamte Innenausstattung und Möblierung wird neu gestaltet.

Das Innenraumkonzept orientiert sich bei Farben und Materialien an den Bedürfnissen der psychisch kranken Patienten.
08

Umsetzung

Die Umbau- und Sanierungsarbeiten wurden in der sehr kurzen Bauzeit von nur drei Monaten durchgeführt.

Dies erforderte im Vorfeld eine sehr detaillierte Planung und genaue Absprachen mit dem Bauherrn, der Genehmigungsbehörde, der Denkmalschutzbehörde, dem TÜV und anderen Beteiligten.

Es waren auch sehr viele gemeinsame Termine und Besprechungen mit dem beteiligten Pflegepersonal und den Ärzten nötig. Das Bestandsgebäude musste komplett aufgemessen werden, da die vorhandenen Planunterlagen nicht korrekt waren. Durch die Auswahl von sehr zuverlässigen und leistungsfähigen Firmen und einem taggenauen Bauzeitplan konnten die sehr komplexen Bauarbeiten in der sehr knappen Bauzeit erfolgreich durchgeführt werden. Die meisten Fenster und viele denkmalgeschützte Bauteile wie Türen, Treppen usw. wurden fachgerecht nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde restauriert. Neben den Patientenzimmern wurden auch die Aufenthaltsräume und die Büros der Ärzte und Therapeuten sowie alle Therapieräume komplett saniert.

Nach Abschluss der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen stehen für die Patienten insgesamt 34 Plätze in Einzel- und Doppelzimmern zur Verfügung.

Ähnliche Projekte

Erfahren Sie mehr über unsere Projekte und unsere Arbeitsweise.

Alle Projekte

Ausgangspunkt

Das seit dem Jahr 2004 leer stehende Wohn- und Gemeinschaftshaus als Hauptgebäude der ehemaligen Nazarenergemeinde wurde von zwei jungen Familien gekauft. Das „Nazarenerhaus“ steht zusammen mit weiteren, noch erhalten Gebäuden der ehemaligen Nazarenergemeinde samt deren Friedhof als Sachgemeinschaft unter Denkmalschutz.

Das ehemalige Nazarenerhaus wurde mit viel Herzblut und persönlichem Engagement des Bauherrn renoviert und in einen fantastischen Zustand versetzt. Das Leben im Denkmal wird so zu einem echten Erlebnis.

Konzeption

Es bestand der Wunsch das Gebäude als Wohnhaus für beide Familien und eine Wohngemeinschaft für junge Erwachsene auszubauen. Dabei wurden Eigenleistungen von weit über 4.000 Stunden geleistet.

Umsetzung

Im Erd- bzw. Sockelgeschoss befinden sich ein großer Gewölbekeller, ehemalige Bedienstetenzimmer, die Backstube und die Waschküche des Hauses. Die ehemalige Backstube wurde in ein Zimmer für die Wohngemeinschaft umgebaut. Im Bedienstetenzimmer fand eine kombinierte Stückholz-Pelletsheizung samt Pelletslager Platz. Die übrigen Räume im Erdgeschoss sind gemeinschaftlich genutzte Wirtschaftsräume.

Im 1. Obergeschoss befindet sich nach Nordosten gerichtet der ehemalige Bet- und Versammlungsraum, das Herzstück des Nazarenerhauses. In diesem und den anderen Räumen des 1. Obergeschosses wurde der Lebensraum für die Wohngemeinschaft eingerichtet. Dabei wurde der Bet- und Versammlungsraum in seiner Größe erhalten, und dient weiterhin als Versammlungsraum für die Gemeinschaft des ganzen Hauses.

Als Treffpunkt, Wohnzimmer und Küche bekam der Raum einen freistehenden Küchenblock eingebaut. Ein Bad und drei Schlafzimmer stehen der Wohngemeinschaft hier zur Verfügung. Das 2. Obergeschoss mit 1. und 2. Dachgeschoss wurde quer zur Gebäudeachse geteilt, um hier die Wohnungen der beiden Bauherrschaftsfamilien über jeweils drei Geschosse einzubauen.

Das Tragwerk aus Holzfachwerk wurde erhalten und entsprechend ertüchtigt. Aus Gründen der Heizenergieeinsparung sollte das Gebäude wärmegedämmt werden. Außen war die historische Holzschindelverschalung und hölzerne Fenstergewände mit zahlreichen Zierelementen erscheinungsprägend, während die Innenräume überwiegend mit hölzernen Lambrien und Wandtäfeln zusammen mit profiliertem Deckenstuck verziert waren. Als Kompromiss wurde mit dem zuständigen Denkmalpfleger die Wärmedämmung auf den Fassaden unter weitest möglichen Beibehaltung des Erscheinungsbildes konzipiert.

So bekamen die Fassaden eine Außendämmung aus Holzweichfaser- und Mineralfaserplatten mit einem Mineralputz als Decklage. Die hölzernen Fenstergewände wurden nach Außen in die neue Ebene versetzt. Weiterhin wurde der gesamte Fensterbestand ausgetauscht gegen Holzfenster, welche dem Original nachgebaut wurden. Die ausgebauten, erhaltensfähigen Originalfenster sind in der Scheune neben dem Haus eingelagert und für die Nachwelt erhalten.

Ähnliche Projekte

Erfahren Sie mehr über unsere Projekte und unsere Arbeitsweise.

Alle Projekte