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Baujahr

2026

Bauherr

Stadt Weil der Stadt

Status

Realisiert

Größe (BGF)

656,19 m²

Leistungen

Architektur (Sanierungsplanung) nach denkmalpflegerischen Vorgaben

Bauweise

400 Jahre altes historisches Bauwerk mit massivem Sockelgeschoss und Ober- wie Dachgeschossen mit Fachwerkkonstruktion

Fotografie

Dirk Wilhelmy Fotografie

Ort

Weil der Stadt-Merklingen, Baden-Württemberg

Ausgangslage & Aufgabe

Die umfassende Instandsetzung des historischen Rathauses in Weil der Stadt-Merklingen widmet sich dem langfristigen Erhalt eines rund 400 Jahre alten Denkmals. Das markante Gebäude, das durch ein massives Sockelgeschoss und ein prächtiges Fachwerk-Dachtragwerk besticht, weist vor Beginn der Maßnahmen massive Substanzschäden auf. Risse in der Fassade, schadhafte Hölzer im Sichtfachwerk sowie Feuchtigkeitsprobleme im Sockelbereich machen eine tiefgreifende Sanierung erforderlich. Ziel des Projekts ist eine fachgerechte Instandsetzung unter strengen denkmalpflegerischen Vorgaben, um das historische Erscheinungsbild dauerhaft zu sichern und das Bauwerk wieder voll nutzbar zu machen.

Konzept & Umsetzung

Die architektonische Vision konzentriert sich auf die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes durch den Einsatz authentischer Materialien und Handwerkstechniken. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf der sensiblen Integration moderner Anforderungen in die jahrhundertealte Struktur. Unsere planerische Expertise war insbesondere bei der komplexen Schadenslage gefragt: Tiefgreifende Fäulnisschäden und Materialverluste erfordern eine detaillierte Maßnahmenkartierung für die Steinmetz-, Putz- und Zimmererarbeiten. So werden geschädigte Holzverbindungen „gesundgeschnitten“ oder gezielt ausgetauscht, während die Natursteinausstattung am Gebäudesockel handwerklich aufgearbeitet wird.

Durch die enge Abstimmung mit Sachverständigen sowie der Denkmalschutzbehörde entstand ein konsistentes Gesamtbild. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Fassadenrestaurierung, die das historische Putzbild und die charakteristischen Fachwerkelemente wieder erlebbar macht. Ergänzt wird die ästhetische Aufwertung durch den Erhalt prägender Details wie historischer Gewände und Gesimse, wodurch das Gebäude seine harmonische Wirkung im Kontext der umgebenden Bebauung zurückerhält.

Verantwortungsvoller Erhalt für die Zukunft

Im Sinne einer zukunftssicheren Ressourcenschonung stand der maximale Erhalt der originalen Bausubstanz an erster Stelle. Statt auf Erneuerung setzten wir konsequent auf die Restaurierung der vorhandenen Sprossenfenster, die mit neuen Dichtungen versehen und mit traditionellen Ölfarben gestrichen wurden. Die Verwendung ökologischer Baustoffe wie Kalkputzen und mineralischen Farben sichert zudem einen diffusionsoffenen Wandaufbau und schützt die historische Struktur nachhaltig. Zur Verbesserung des Raumklimas und der energetischen Effizienz wurde eine Dämmung auf der obersten Geschossdecke integriert, ohne die originale Dachform zu beeinträchtigen. So verbindet das sanierte Rathaus historischen Charme mit zeitgemäßer ökologischer Verantwortung.