
Sanierung Notariat Nagold – Historisches Erbe neu belebt
Stadt Nagold
368,55 m²
Architektur/ Gebäudeplanung, Innenarchitektur
Sanierung denkmalgeschütztes Gebäude, Bauen im Bestand
Ausgangslage
Das markante Gebäude, erbaut im Jahr 1910 als Wohnhaus, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zuletzt als Notariat genutzt, stand das denkmalgeschützte Jugendstil-Objekt längere Zeit leer. Die Stadt Nagold plante, das historische Bauwerk zu erhalten und ihm eine neue, sinnvolle Bestimmung zu geben. Zukünftig sollen hier moderne Verwaltungsräume für die Betriebe der Stadtwerke entstehen. Dabei war es von größter Bedeutung, die wertvolle historische Bausubstanz zu respektieren und bauzeittypische Ausstattungen wieder sichtbar zu machen.
Konzept & Umsetzung
Das Konzept folgt dem Prinzip des „minimalen Eingriffs“: Die Grundrisse werden für die neue Nutzung nur geringfügig angepasst, sodass die bestehende Raumstruktur weitestgehend erhalten bleibt. Auch die ehemalige Wohnung im Dachgeschoss wird in die Büronutzung integriert, wodurch das gesamte Gebäude als eine Verwaltungseinheit fungiert.
Während der Sanierungsbedarf im Inneren größtenteils überschaubar ist, erfordert die Dachkonstruktion inklusive der Gauben eine umfassende Instandsetzung. Die Gebäudetechnik wird grundlegend modernisiert: Die Erneuerung der sanitären Anlagen sowie der gesamten Elektro-, Trinkwasser- und Heizungsinstallationen stellt den Betrieb für die Zukunft sicher.




Denkmalschutz & Innenraumkonzept
Ein zentrales Ziel des Entwurfs ist die Wiederherstellung des historischen Glanzes. Die repräsentative Treppenanlage aus Eichenholz wird originalgetreu aufgearbeitet, ebenso wie die wenigen erhaltenen Parkettböden und die historischen Holztüren mit Glaselementen. Der vorhandene Deckenstuck und der historische Fliesenboden im Windfang bleiben als identitätsstiftendes Merkmal erhalten.

Um modernen Arbeitsanforderungen gerecht zu werden, kommen in den Büros zur Optimierung der Raumakustik Deckensegel (Heradesign) zum Einsatz. Das Farb- und Materialkonzept orientiert sich am historischen Bestand: Befunduntersuchungen der ursprünglichen Farbschichten fließen in die Gestaltung mit ein.

Nachhaltigkeit
Bei der energetischen Sanierung wird mit Augenmaß und Rücksicht auf die Denkmaleigenschaft vorgegangen. Ziel ist eine Orientierung am Standard KfW 100 Denkmal. Das Dach wird mit einer Holzfaserdämmung energetisch ertüchtigt. Auf eine mechanische Lüftungsanlage wird verzichtet, stattdessen setzt das Konzept auf natürliche Fensterlüftung. Der Außenbereich wird nutzungsorientiert neugestaltet, inklusive neuer Baumpflanzungen und eines Erdpufferspeichers.


