
Neubau Familienzentrum: Ein Bindeglied zwischen Bildung und Familie
Gemeinde Althengstett
In Planung (Baustart Mai 2026)
1.065 m²
Architektur, Innenarchitektur
Massivbau
Althengstett, Baden-Württemberg
buerohauser


Ausgangslage
Das Familienzentrum Althengstett bietet als zentrale Anlaufstelle eine vielfältige Mischung aus Beratung, Bildung und Begegnung für Menschen aller Generationen. Das Angebot reicht von pädagogischer Unterstützung und Kursen für junge Familien bis hin zu offenen Treffpunkten, die das soziale Miteinander und die gegenseitige Unterstützung in der Gemeinde stärken.
Ein Neubau soll dem Familienzentrum eigene Räumlichkeiten verschaffen und wird zum Wettbewerb ausgeschrieben. buerohauser rückt im Nachgang des Wettbewerbs nach und wird mit der Überarbeitung und Planung des Gewinnerbeitrags beauftragt.

Konzept & Umsetzung
Das Familienzentrum ist als zentraler Begegnungsort konzipiert, der eine Brücke zwischen schulischer Bildung und familiärer Unterstützung schlägt. Der Ersatzneubau des Familienzentrums ist direkt an die bestehende Grundschule angegliedert. Nach dem Abbruch des alten Hausmeistergebäudes wird ein moderner, dreigeschossiger Baukörper (UG, EG, OG) realisiert. Ziel ist es, ein funktionales Bindeglied zu schaffen, das den Schulalltag und familiäre Angebote räumlich wie organisatorisch vereint. Gleichzeitig wird das angrenzende Treppenhaus im Schulbestand brandschutztechnisch ertüchtigt, um eine sichere und barrierefreie Verbindung zwischen Schule und neuem Zentrum zu gewährleisten.
Eine offene Raumstruktur und der Einsatz natürlicher Materialien sorgen dabei für eine einladende Atmosphäre. Die direkte Anbindung erfordert eine präzise Planung der Übergänge und Brandschutzzonen in Bestand und Neubau, was durch gezielte Eingriffe im bestehenden Treppenhaus gelöst wird. Dank unserer multidisziplinären Herangehensweise – Architektur und Innenarchitektur stammen hier aus einer Hand – entsteht ein durchgängiges, harmonisches Gestaltungskonzept. Zudem werden in partizipativer Planung mit Schulleitung und Gemeinde passgenaue Einbaumöbel und Ausstattungsdetails für moderne pädagogische Anforderungen entwickelt. Spezifische Räume wie Werk-, Bewegungs- und Projekträume fördern die Entwicklung der Kinder, während Flur- und Aufenthaltsbereiche gezielt zu Begegnung und Austausch zwischen Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften einladen.
Gestalterisch fügt sich das Zentrum sensibel in die Umgebung ein: Zwei parallele Satteldächer erinnern an das alte Hausmeisterhaus, während die Fassade mit ihrem sanften grünen Farbton und dem abwechslungsreichen Spiel von unterschiedlich großen Fensterelementen eine freundliche Atmosphäre schafft. Ein abgesetzter Sockelbereich mit Klinkerriemchen schützt das Gebäude und unterstreicht die Massivbauweise. Ein planerischer Mehrwert liegt in der effizienten Ausnutzung des Geländes: Anstelle einer reinen Tiefengründung wird ein Untergeschoss realisiert, das zusätzlichen Raum für Werkstatt, Technik und Büros schafft – so können Nutzen und Kosten für die Gemeinde optimiert werden.
Hebel für Nachhaltigkeit und Langlebigkeit
Nachhaltigkeit und ein gesundes Raumklima stehen im Fokus des Neubaus. Die Energieversorgung erfolgt zukunftssicher über den Anschluss an das lokale Nahwärmenetz, kombiniert mit Fußbodenheizung und Photovoltaik-Anlagen auf den alten und neuen Dachflächen. Bei der Materialwahl wird auf Langlebigkeit und Natürlichkeit gesetzt – etwa durch 3-fach verglaste Holz-Alu-Fenster, strapazierfähiges Linoleum und hochwertiges Stäbchenparkett. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Raumakustik: Großflächig eingesetzte Holzwolle-Akustikplatten an den Decken sorgen für ein konzentrationsförderndes Lern- und Arbeitsumfeld. Der angrenzende Baumbestand kann durch den Entwurf erhalten bleiben.
Baustart ist im Mai 2026.