
Ersatzneubau Feuerwehrgerätehaus: effizient und ressourcenschonend
Gemeinde Karlsbad
In Planung
Architektur, Tragwerksplanung und Freianlagen
Holz- und Massivbauweise
Ausgangslage
Die Gemeinde Karlsbad plant einen Ersatzneubau für das bestehende Feuerwehrgerätehaus in Langensteinbach. Ziel ist es, den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Feuerwehr gerecht zu werden, was am bisherigen Standort aufgrund funktionaler Defizite des Altbaus nicht mehr möglich war. Das neue Gebäude muss Platz für sieben Einsatzfahrzeuge (zum Teil mit Drehleiter) sowie eine Waschhalle bieten. Zudem sind über 50 Stellplätze für die Einsatzkräfte vorgesehen. Eine zentrale Anforderung ist die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit am Standort über die gesamte Bauphase hinweg.
Konzept
Das Grundstück, auf dem das Bestandsgebäude steht und der Neubau entstehen soll, ist eher kompakt geschnitten. Während ursprünglich mit einem Teilabbruch und einer kostenintensiven Interimslösung geplant wurde, konnte buerohauser im VgV-Verfahren eine effizientere Lösung aufzeigen: Durch die geschickte Platzierung des Neubaus auf der verbleibenden Grundstücksfläche bleibt der Altbau während der Bauzeit unangetastet. Erst nach dem Umzug der Feuerwehr erfolgt der Rückbau.
Die architektonische Form des Entwurfs mit seinen markanten schrägen Kanten ist eine direkte Folge aus diesen Überlegungen – er greift die örtlichen Gegebenheiten und die funktionalen Anforderungen gleichermaßen auf.

Das Gebäudevolumen gliedert sich in zwei unterschiedlich hohe Baukörper: Der nördliche, höhere Teil beherbergt die Fahrzeughalle und den darüberliegenden Schulungsraum, der sich optisch über den südlichen, flacheren Trakt mit den Sozialräumen und sonstigen Flächen schiebt.

Sämtliche Abläufe einer modernen freiwilligen Feuerwehr wurden optimiert. Kreuzungsfreie Wege für ankommende und ausrückende Fahrzeuge garantieren Sicherheit im Einsatzfall. Im Inneren ermöglichen flexible Umkleidebereiche und ein durchdachtes Schleusenkonzept die konsequente Schwarz-Weiß-Trennung zur Vermeidung von Kontaminationsverschleppung.
Architektur & Gemeinschaft
Visuell besticht der Entwurf durch eine schlichte Fassade, die durch farbliche Akzente und gestalterische Elemente aufgelockert wird. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Aufenthaltsqualität für die Feuerwehrangehörigen: Der großzügige Schulungsraum verfügt über eine Terrasse mit weitem Blick über den Ort. Ein weiterer Außenbereich im Süden bietet Raum für Gemeinschaft, was den Freiwilligendienst attraktiver macht und das Vereinsleben stärkt. Der Feuerwehrhof dient zudem als Übungsfläche.

Nachhaltigkeit
Das Gebäude ist in nachhaltiger Holzbauweise geplant, womit ein zukunftsweisendes Zeichen gesetzt wird. Die enge interne Zusammenarbeit der Disziplinen Architektur, Tragwerksplanung und der Freianlagenplanung bei buerohauser im Zusammenspiel mit den weiteren beauftragten Fachingenieuren ermöglicht eine ganzheitliche Lösung, die sowohl städtebaulich als auch funktional überzeugt.