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Ausgangslage

Die Roggenbachschule, ein Schulgebäude aus den 1960er Jahren, wird fit für die Zukunft gemacht. Die Aufgabe umfasst eine tiefgreifende Sanierung sowie diverse An- und Umbauten, um die Anforderungen an einen modernen Ganztagsbetrieb zu erfüllen. Dazu gehören eine neue Schulküche mit Speiseraum und integrierter Lehrküche sowie differenzierte Aufenthalts- und Lernbereiche. Gleichzeitig erfolgt eine umfassende energetische Sanierung: Die Gebäudehülle wird gedämmt, Fenster erneuert und die Haustechnik komplett modernisiert – inklusive dezentraler Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung und einer PV-Anlage auf dem neuen Dach. Der Außenbereich erhält dazu auch eine deutliche Aufwertung, indem ein neuer Schulhof mit Überdachung entsteht.

Roggenbachschule Unterkirnach Bestandsfoto
Roggenbachschule Unterkirnach: Bestand

Konzept & Umsetzung

Zentrales Element des Entwurfs ist die konsequente Umsetzung der „Hausschuhgrundschule“: Ein neuer Eingangsbereich mit Foyer bündelt die Garderoben, sodass Straßenschmutz draußen bleibt und die Böden – insbesondere das erhaltene Parkett – als saubere Lern- und Spielflächen genutzt werden können. Das neue Foyer bildet zusammen mit einem verglasten Anbau und dem Mensa- sowie Aulabereich das neue Herz der Schule und ermöglicht vielfältige, gemeinschaftliche Nutzungen. Es werden ausreichend Ecken zum gemeinsamen Lernen, Spielen oder einfach nur zum Lesen eingeplant.

Gestalterisch fügt sich der zweigeschossige Baukörper sensibel in den dörflichen Kontext des Schwarzwaldes ein. Das optisch versetzte Obergeschoss erhält eine ortstypische Holzfassade, während das Erdgeschoss im Eingangsbereich durch robuste, farbige Fassadenplatten akzentuiert wird. Für die vorhandenen Herausforderungen des Bestands – u.a. Altlasten, statische Besonderheiten und diverse Um- und Anbauten – konnten gute, wirtschaftliche Lösungen gefunden werden, um das Raumprogramm in der bestehenden Struktur unterzubringen und durch gezielte Eingriffe aufzuwerten.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet hier vor allem den respektvollen Umgang mit dem Bestand. Viele Bauteile wie Treppen, Raumstrukturen und das alte Parkett bleiben erhalten und werden saniert, was Ressourcen schont und graue Energie reduziert. Ergänzt wird dies durch den Einsatz ökologischer Materialien wie Linoleum, mineralischen Farben und Holz. Ein schlüssiges Brandschutzkonzept und wirtschaftliche Detaillösungen – erarbeitet in enger, multidisziplinärer Zusammenarbeit – sichern die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes, ohne das Budget unnötig zu belasten.

Ausgangslage

Ziel des Projekts ist die Erweiterung des Betreuungsangebots am Standort Sinzheim: Das bestehende Kinderhaus, ein Satteldachgebäude, soll um einen Neubau für vier weitere Gruppen ergänzt werden, um insgesamt Platz für zwölf Gruppen an einem Standort zu schaffen. Eine städtebauliche Besonderheit ist die Integration von Stellplätzen: Ursprünglich auf dem Dach geplant, konnte buerohauser im Planungsprozess die Realisierung einer Tiefgarage anregen, die künftig als Quartiersgarage dient.

Konzept & Umsetzung

Der Entwurf nimmt die Architektur des Bestands auf und interpretiert sie neu: Es entsteht eine rhythmische Abfolge von giebelständigen Satteldachhäusern, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Der Baukörper besticht durch seine schlichte Formgebung, wobei die vorvergraute Holzfassade durch unterschiedlich breite Schalungen lebendig gegliedert wird.

Die Konstruktion ist als Hybridbau angelegt: Das Untergeschoss, das die Quartiersgarage beherbergt, ist massiv ausgeführt. Darauf setzen die Kita-Ebenen in nachhaltiger Holzständerbauweise auf. Eine technische Herausforderung war die thermische Trennung der Tiefgarage, die nun gedämmt ausgeführt wird, um bauphysikalische Konflikte mit dem darüberliegenden warmen Holzbau zu vermeiden. Ein sichtbares Highlight im Inneren ist der Fahrstuhlschacht in massiver Massivholzbauweise (CLT).

Innenraum & Wohlbefinden

Die enge Zusammenarbeit von Architektur und Innenarchitektur schafft Räume mit hoher Aufenthaltsqualität. Großflächige Holz-Alu-Fenster und Gartentüren sorgen für viel Tageslicht und verbinden die Gruppenräume mit dem Außenbereich. Die vorgelagerten Fluchtbalkone fungieren dabei nicht nur als Rettungsweg über zwei Außentreppen, sondern bieten auch konstruktiven Sonnenschutz und überdachte Austritte.

Besonderer Wert wurde auf die Akustik gelegt, um Kindern und Erzieher:innen eine gesündere Umgebung zu bieten. Im Foyer kommen Lignatur-Decken zum Einsatz, im Speiseraum Lignotrend-Elemente, ergänzt durch weitere Akustikmaßnahmen in den Gruppenräumen. Die Grundrisse sind zukunftsfähig und flexibel gestaltet, sodass die Räume geschossweise übereinander liegen und sowohl für U3- als auch für Ü3-Gruppen genutzt werden können.

Nachhaltigkeit

Das Gebäude setzt überwiegend auf ökologische und gesunde Materialien. Statt OSB-Platten wurden emissionsarme ESB-Platten verbaut und der diffusionsoffene Wandaufbau mit Holzfaserdämmung garantiert einen optimalen Wärmeschutz im Sommer. Die Energieversorgung erfolgt über eine Luft-Wärme-Pumpe, unterstützt durch eine PV-Anlage auf der südlichen Dachhälfte.

Ressourcenschonung zeigt sich auch im Detail: Eine Zisterne ermöglicht die Nutzung von Regenwasser für die WC-Spülung. Das Fällen einiger weniger Bäume ließ sich im Prozess nicht vermeiden. Das Holz dieser Bäume wird nun in den Bauprozess integriert und zu Möbeln für den Kita-Außenbereich verarbeitet.

Zuletzt hat auch die Verlegung der Stellflächen von der Dachfläche in die Tiefgarage mehrere positive Effekte: Die Tiefgarage ermöglicht eine flexible Grundrissgestaltung des Gebäudes darüber, was die Anpassungsfähigkeit über Generationen hinweg verbessert. Sie minimiert die zusätzliche Flächenversiegelung im Quartier im Vergleich zu ebenerdigen Stellplätzen, und darüber hinaus werden Emissionen von den sensiblen Spielbereichen der Kita ferngehalten.

Ausgangslage

Das Grundschulgebäude aus den Jahren 1978 und 1996 stand vor einer notwendigen energetischen Sanierung und Ertüchtigung: Die Schule verfügte über eine komplett veraltete und teilweise nicht mehr sichere Gebäudetechnik. Die Gebäudehülle wies zudem diverse Leckagen auf, die zu einem deutlich erhöhten Energiebedarf führten.

Im Zuge der Detailplanung wurde entschieden, eine umfassende Generalsanierung durchzuführen, die die Erneuerung sämtlicher Installationen einschloss. Das übergeordnete Ziel war es, den Schulstandort zu erhalten und für die Zukunft fit zu machen, indem das Gebäude an die aktuelle Vorschriftenlage sowie an moderne pädagogische Konzepte angepasst wurde.

Auf Wunsch des Bauherrn wurde darauf geachtet, das gewohnte Erscheinungsbild der Schule nicht zu stark zu verfremden und so deren Identität zu erhalten.

Konzept & Umsetzung

Die Sanierung umfasste den vollständigen Austausch der Installationen und der Gebäudetechnik. Die gesamte Gebäudehülle wurde mit einem Vollwärmeschutz versehen, in dem mineralische Systeme Anwendung fanden. Diese bestechen durch eine hohe Diffusionsfähigkeit, exzellenten Brandschutz und eine positive Ökobilanz.

Anstelle einer konventionellen mechanischen Lüftungsanlage wurde eine kontrollierte natürliche Belüftung über Kippflügel mit dem System WindowMaster realisiert. Diese sorgt trotz der Glasfassade des Gebäudes auch an heißen Tagen für ein angenehm kühles Raumklima.

Ein wesentlicher Mehrwert für die Nutzenden wurde durch die Umsetzung einer bereits im ursprünglichen Bauplan angedachten Idee geschaffen: Auf unser Bestreben hin wurden die damals nicht realisierten Außentüren der Klassenräume nun umgesetzt. Diese ermöglichen den unkomplizierten Zugang vom Klassenraum zum Außenbereich, was neue pädagogische Ansätze in Form von Außenunterricht vereinfacht. In den Klassenzimmern ermöglicht die Sanierung außerdem künftig die Anwendung digitaler bzw. technisch gestützter Unterrichtsformen durch den Einsatz elektronischer Ausstattung.

Multidisziplinäre Zusammenarbeit war ein Dreh- und Angelpunkt im Projekt, da viele Themen der Fachplanungen HLS + E und Brandschutz mit in die architektonische Planung einflossen und gebündelt beim Projektleiter koordiniert wurden.

Nachhaltigkeit

Das Projekt legt einen starken Fokus auf nachhaltige und vor allem langlebige Lösungen. Erhalt und behutsame Modernisierung standen im Vordergrund. Es kamen weitestgehend natürliche Materialien zum Einsatz, wie beispielsweise bei den neuen Holz-Alu-Glasfassaden oder den Akustikdecken aus Holzwolle-Leichtbauplatten. Funktionierende Bauteile, wie bestehende Türen und Wandoberflächen, wurden ganz bewusst erhalten und instand gesetzt, um Ressourcen zu schonen.

Ausgangslage

Das denkmalgeschützte, vierstöckige Schulgebäude von 1867 soll unter Berücksichtigung der historischen Substanz generalsaniert und für die weitere Nutzung als Städtische Musikschule ertüchtigt sowie barrierefrei erschlossen werden.

Die Außenfassade im Erdgeschoss besteht aus Buntsandstein, die darüberliegenden Stockwerke sind mit einer kleinformatigen Schindelfassade versehen. Die Sprossenfenster haben eine Frieseinfassung und Holzklappläden. Die Dachform ist als Walmdach ausgeführt.

Musikschule Bestand: Die Fassade
Unter Berücksichtigung der historischen Substanz wird das Gebäude behutsam generalsaniert.
Musikschule Bestand: Treppenhaus

Entwurfskonzept

Ein rückwärtiger Anbau aus den 1970er Jahren wird abgebrochen und durch einen neuen, zweiteiligen Baukörper ersetzt, der sich auf das Erdgeschoss und einen markanten Turm an der Westfassade des Baus erstreckt, der den barrierefreien Aufzug sowie den Sicherheitstreppenraum beherbergt.

Visualisierung der Musikschule Altensteig
Visualisierung der Musikschule Altensteig mit Treppenturm aus Profilbauglas: Baustart ist im Sommer 2025

Ein Kern aus Stahlbeton bildet das Foyer im Erdgeschoss sowie den Treppenraum. Der übrige Anbauteil wird in Holzständerbauweise ausgeführt. Hier sind neben dem Foyer auch WC-Anlagen, Teile der Lüftungstechnik und Lagerflächen untergebracht. Die Fassade dieses Bereichs wird mit Naturholz bekleidet, wobei die Eingangsbereiche durch Fassadenplatten akzentuiert werden. Der Anschluss an die Bestandsfassade erfolgt geschossweise. Der Treppenturm erhält eine dreiseitige Fassade aus Profilbauglas.

Die Generalsanierung im Außenbereich erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt und beinhaltet eine neue Dacheindeckung, Ausbesserungen der Schindelfassade, der Friese, der Holzklappläden, Austausch der Fenster und die Sanierung des Natursteinmauerwerks.

Im Innenbereich werden die Oberflächen ertüchtigt und zum Teil erneuert, Trockenbauwände eingebaut und zusätzliche Sanitärräumlichkeiten geschaffen. Historische Stuck- und Holzelemente werden restauriert und die Haustechnik vollständig erneuert (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro).

Das Brandschutzkonzept im Bestand wird in Verbindung mit dem neu zu errichtenden Flucht-Treppenhaus neu aufgestellt.

Baustart ist im Sommer 2025.

Ausgangslage

Die Hohenbergschule in Altensteig soll einer umfassenden Generalsanierung unterzogen werden. Der Komplex beinhaltet vier Gebäude: die Werkrealschule (eine praxisorientierte Schulform, die hauptsächlich in Baden-Württemberg vorkommt), die Realschule, den Fachklassenbau sowie die Sporthalle. Die Bauten gehen zum Teil bis in die 1960-Jahre zurück und zeigen starke Abnutzungserscheinungen.

2023 konnte buerohauser das VGV-Verfahren für sich entscheiden. Die Baumaßnahmen umfassen alle drei Schulgebäude ohne die Sporthalle, wobei die größten Arbeiten auf die hier gezeigte Werkrealschule entfallen.

Vor dem Umbau bot die Schule den Jugendlichen außerhalb der Klassenzimmer kaum Raum für Begegnung und Identifikation. Das wollten wir unbedingt ändern: solche Räume haben das Potenzial, Gemeinschaften und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen und der Schule damit quasi ein neues Herz zu verleihen.

Andreas Bürker

Architekt und Projektleiter

Entwurfskonzept

Das Bestandsgebäude der Werkrealschule setzt sich aus einem Südflügel aus den 1960er-Jahren und einem parallel dahinter verlaufenden Nordflügel aus den 1990ern zusammen. Verbunden sind die um ein Halbgeschoss versetzten Baukörper nur durch zwei Treppenhäuser. Zwischen den beiden Baukörpern besteht eine Gebäudefuge. Aufenthalts- und Gemeinschaftsbereiche gibt es in der Schule bislang nicht.

Das Entwurfskonzept beinhaltet den Ausbau der Gebäudefuge und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen und Ergänzungszimmern sowie den Einbau eines Aufzuges. Dadurch können fortan fast alle Klassenzimmer barrierefrei erschlossen werden. Mit dieser Maßnahme wird auch eine der bestehenden Kuriositäten des Gebäudes behoben: Da es bisher nur zwei separate Treppenhäuser ohne Verbindung zueinander gibt, müssen die Schüler:innen bisher das Gebäude verlassen, um von der einen auf die andere Seite des Gebäudes zu gelangen. Die neu geschaffenen Aufenthaltsbereiche verbinden fortan die Treppenräume, so dass alle Klassenzimmer innerhalb des Gebäudes erreicht werden können.

Kürzere Wege, Kommunikations- und Gemeinschaftsbereiche, neue Ergänzungszimmer und ein neu gestalteter Bereich für Lehrer:innen werten die Schule sowohl für Schüler:innen als auch für das Lehrpersonal auf. Die Fassaden werden mithilfe eines Wärmedämmverbundsystems energetisch saniert und durch die Verwendung gelochter Bleche strukturiert und neu gestaltet. 

Werkrealschule Altensteig

Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

Werkrealschule Altensteig, Vorher und Nachher
Werkrealschule Altensteig, Bestand und Entwurf

Baustart war im Oktober 2024.

01

Ausgangslage

Die Gemeinde Eutingen im Gäu möchte den bestehenden Kindergarten „Fantadu“ bedarfsgemäß um- und anbauen sowie den Bestand sanieren und neu strukturieren.

Der Bedarf an mehr Raum ist da: Der Kindergarten war bisher nur für zwei Ü3-Gruppen ausgelegt. Der vorhandene Mehrzweckraum wurde bereits als dritter Gruppenraum für eine U3-Gruppe umgenutzt.

02

Konzept & Umsetzung

Ein Anbau im nördlichen Bereich erhöht die Kapazitäten des Kindergartens auf fünf reguläre Gruppen und wird so dem Bedarf von heute gerecht: Künftig finden insgesamt 95 Kinder Platz, verteilt auf zwei U3-Gruppen mit je zehn Plätzen und drei Ü3-Gruppen mit je 20 bis 25 Plätzen. Die Gruppenräume der U3-Bereiche sind dabei großzügig dimensioniert und perspektivisch für beide Altersgruppen flexibel nutzbar.

Die Gebäudestruktur des Bestands, geprägt durch kubische Elemente, wurde im Neubau aufgenommen und weitergeführt. Dabei sind die Gruppenräume bewusst hoch gehalten, da die neuen Räumlichkeiten tiefer im Gelände liegen.

Visualisierung des Kindergartens mit Erweiterung
Visualisierung des Kindergartens mit Erweiterung

Der bestehende Mehrzweckraum wurde zum Gruppenraum umgebaut und erweitert. Der Essensbereich wurde vergrößert und die Personal- und Nebenräume ebenfalls umgestaltet. Im Zuge der Renovierung wurden die bestehenden Räume und die Fassade modernisiert und dem neuen Konzept angepasst, wobei auch die Akustik nachgebessert wurde – was Kindern und Mitarbeitenden zugute kommt.

Die neuen Räumlichkeiten im Anbau umfassen neben den beiden zusätzlichen Gruppenräumen und dem Mehrzweckraum auch Nebenräume wie Schlafraum, pädagogische Küche und Personalräume.


03

Nachhaltigkeit

Das Projekt setzt auf eine nachhaltige Bauweise, indem es die vorhandene Bausubstanz aufgreift und im Neubau integriert. Die Konstruktion erfolgte in Holzständerbauweise auf einer Betonbodenplatte.

Die Fassade kombiniert Putz und Holz und wurde durch energieeffiziente Holz-Alu-Fenster ergänzt. Zur Energiegewinnung wurde auf den flach geneigten Flach- und Pultdächern eine Photovoltaikanlage installiert, die in maximaler Auslegung nicht nur den Eigenbedarf deckt, sondern auch Überschüsse ins Netz einspeist.

04

Innenarchitektur

Das Innenraumkonzept der Kita basiert auf einem offenen Prinzip, das den Kindern Freiheit und Bewegung ermöglicht.

Ein wiederkehrendes, gestalterisches Leitmotiv ist die Kreisform, die sich im Innen- und Außenbereich wiederfindet: farbige Kreise auf dem Bodenbelag der Flure und des Bewegungsraums, der „Welcome Desk“ in Raupenform sowie die runden Oberlichter und Fassadenelemente.

Der „Welcome Desk“, gestaltet in Form einer Raupe.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Raumakustik gelegt, da die Lautstärke in Kitas und Kindergärten für das Wohlbefinden maßgeblich mitentscheidend ist. Die Kita ist mit Akustikdecken ausgestattet, um die allgemeine Geräuschkulisse zu dämpfen. In stark genutzten Bereichen mit hohem Geräuschpegel wurden zusätzliche Akustikelemente eingesetzt: Im Flur akustisch wirksame Rückwände an den Garderobenelementen und in anderen Bereichen Wandabsorber.

Farbgebung

Zur besseren Orientierung wurden die Räumlichkeiten der Altersgruppen farblich differenziert: Grün für die Unter-Dreijährigen, Gelb für die Über-Dreijährigen. Die Farbcodierung Grün und Gelb für die unterschiedlichen Gruppen bietet Orientierungshilfe und taucht in strukturellen Möbelelementen wieder auf. In gemeinschaftlich genutzten Bädern wird die Farbcodierung durch ein Patchwork in Gelb und Grün fortgeführt, das sich in den pastellfarbenen Fliesen wiederfindet. Die Farben im Innenraum sind bewusst dezent gehalten, da die Kinder selbst und auch die Spielgeräte schon viel Farbe in den Raum bringen.

Grün kennzeichnet die Bereiche für Unter-Dreijährige, Gelb die für Über-Dreijährige. In gemeinsam genutzten Bereichen kommen beide Farben zum Einsatz.

Einbaumöbel

Die Einbaumöbel sind speziell für die Bedürfnisse der Kinder konzipiert und von uns individuell geplant. Die Gestaltung fördert die Eigenständigkeit der Kinder, etwa durch niedrige Regale und Garderoben, die sie selbstständig erreichen können. Weitere Möbelstücke wie Sitz- und Spielmöglichkeiten sind ebenfalls auf ihre Größe und Bedürfnisse zugeschnitten. Unter der Treppe bietet eine gemütliche Sitznische den Kindern einen zusätzlichen Rückzugsort.

Materialwahl

Die Materialwahl wurde unter ökologischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten getroffen. Es wurden ausschließlich nachhaltige und schadstofffreie Materialien verwendet, um ein gesundes Raumklima zu gewährleisten. Der Bodenbelag besteht aus Linoleum, das verwendete Holz stammt aus FSC®-zertifizierter Herkunft. So entsteht ein Raum, der sowohl die ästhetischen als auch die ökologischen Ansprüche erfüllt und die Kinder in einer gesunden Umgebung willkommen heißt.

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05

Idee / Ausgangslage

Für die Deutsche Energie-Agentur dena, die den Auftrag hat, einen Beitrag zum Erreichen der Energiewende zu leisten, haben wir die neuen Büroflächen gestaltet.

In historischem Kontext ist auf drei Geschossen mit 1100 qm ein Ort zum Tüfteln, Forschen und innovativen Austausch entstanden. Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen erproben hier digitale Technologien und organisieren Workshops sowie Events zur Zukunft der Energiewirtschaft.

Gemeinsam mit den Machern des Future Energy Lab haben wir die Fläche in vier Areale unterteilt: 

06

Konzept

Der Hauptaufgabe, optimale Voraussetzungen für Arbeitsgruppen aus Forschung und Entwicklung zu schaffen und gleichzeitig öffentlich sichtbar zu sein, sind wir mit einem multifunktionalen, detailliert durchdachten Gesamtkonzept begegnet.

Video Rendering Innenarchitektur eines BerlinerBürogebäudes
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Die Räume im KPM-Quartier sind eine tolle Grundlage, auf die wir mit unserem Gestaltungsansatz bewusst aufbauen. Das Materialkonzept ist vom Branding des Future Energy Labs inspiriert und spielt mit dem zentralen Farbspektrum als Ergänzung zum Bestand. Die großformatigen Wandgrafiken sind an die Form des Hexagons angelehnt und finden sich als übergeordnetes Merkmal auf allen Geschossen wieder. Die Wandbilder zeigen einen kleinen Ausschnitt des Future Energy Lab Logos. In jeweils jedem Stockwerk wird das gesamte Logo quer durch den ganzen Grundriss gezogen und in einzelnen Räumen wiedergegeben. Auch die Drehung der einzelnen Hexagons wurde in den Räumen separat dargestellt. So entstand in jeden Raum ein andere Farbe und eine andere Winkelanordnung. Im Spiel mit den Maßstäben bilden sie einen Statement-Kontrast sowohl zum Ziegelgewölbe als auch zu der klaren Architektur der oberen Etagen.

Um den baulichen Aufwand so gering wie möglich zu halten, wurden neue Wände nur dort gezogen, wo es unerlässlich war – nämlich im Digital Lab und zur Abtrennung des großen Meeting Raumes, der eine großzügige Akustikverglasung erhielt.

Im Cafébereich kommen eigens entwickelte Tische, Bänke und Hocker zum Einsatz, die zusammen mit den reduzierten Wandleuchten einen flexiblen Bereich für Pausen und informelle Treffen schaffen. Die Formsprache der Möblierung bezieht sich wieder auf das dena Logo.

Das Hexagonale findet man vor allem in der Möblierung der Cafeteria wieder.

Wenige, aber gezielt gesetzte Einbauelemente aus lackiertem Birkensperrholz prägen die Räume und deren Wegeführung. Im lichtdurchfluteten Dachgeschoss strukturieren eingestellte Trennwände das dena Büro und bieten Platz für Rückzug sowie Konzentration. 

Die Garderobenstangen in den Empfangsräumen wurden speziell vom Metallbauer angefertigt und nehmen die polygonale Formensprache der Wandgrafik auf.

Helle Metallregale, speziell eingefärbte Eurokisten und gepolsterte Sitzmöbel ergänzen die Ausstattung geschossübergreifend und schaffen Inseln, die zum Verweilen einladen.

Im Co-Working Bereich zählt Wandelbarkeit: die Arbeitstische und Bestuhlung sind leicht verräumbar, die Einbauelemente der Arena, Bühne und des Bartresens funktionieren multifunktional. So kann der Raum auch für Präsentationen, Konferenzen und ähnliche Events genutzt werden.

Als wiederkehrendes Element heben schlanke, reduzierte Lichtobjekte die unterschiedlichen Deckenstrukturen der einzelnen Geschosse hervor: gereiht, schräg überlappend oder quer zum Raum wird die jeweilige Situation betont.

Das Lab für 3D-Drucker, Elektronik und Co.

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Ausgangslage

Der bestehende zweigruppige Kindergarten aus dem Jahr 2000 sollte aufgrund der Bedarfsplanung der Stadt Reutlingen um drei zusätzliche Gruppen erweitert werden. Hierfür erwarb die Stadt das benachbarte Grundstück. Eine besondere Anforderung war die Lage des Baugrundstücks in der Erdbebenzone 3.

Konzept und Umsetzung

Die Erweiterung gliedert sich in zwei neue Baukörper, die sich an den Bestand anschließen: ein zweigeschossiger Satteldachbau für die neuen Gruppen- und Sozialräume sowie ein eingeschossiger, flacher Verbindungsbau. Dieser Mittelbau, der die gemeinsam genutzte Mensa beherbergt, wurde als Geste an die Nachbarschaft mit einer beidseitigen Glasfassade gestaltet. So bleibt der Durchblick in den rückwärtigen Außenbereich erhalten und es entsteht ein heller, transparenter Begegnungsort.

Der Anbau fügt sich harmonisch an den Bestandsbau und in die Umgebung ein. Der helle Mittelbau beherbergt die Küche und die Essplätze für die Gruppen.

Als visuelles und identitätsstiftendes Highlight wurden bunte Fenster der alten Kirche, die auf dem Grundstück abgerissen wurde, in den Neubau integriert. So wird die Historie des Ortes respektiert und weitergeführt.


Das Bauvorhaben ist in Erdbebenzone 3 angesiedelt, der höchsten Erdbebenbeanspruchung in Deutschland. Die erforderliche Aussteifung wird durch Wandscheiben in Holzständerkonstruktion sowie Decken- und Dachscheiben gewährleistet. Die maßgebende Gesamtmasse des Gebäudes beträgt 382,6 Tonnen. Die daraus resultierende Ersatzhorizontalkraft wird über die Aussteifungselemente in den Untergrund abgeleitet. Zur Aufnahme der maximalen Zug- und Horizontalkräfte wurden teilweise spezielle Zuganker entworfen und eingesetzt.

Ein wesentlicher Vorteil der Holzbauweise zeigt sich hier deutlich: Ein vergleichbarer Massivbau hätte eine wesentlich höhere Masse (ca. +75%) und würde dementsprechend auch deutlich höhere Ersatzhorizontalkräfte erzeugen.

Innenraum

Das Farbkonzept setzt auf sanfte Gelb- und Grüntöne: die Spielnischen in den Schränken sind als hellgrüne Inseln in den Holzfronten gestaltet, ebenso wie alle offenen Stauraumflächen, beispielsweise zur Aufbewahrung von Matratzen. Die Schränke wurden darüber hinaus als komplett geschlossener Stauraum konzipiert, was zu einer beruhigenden Wirkung im Raum beiträgt. Der Bodenbelag setzt Akzente in Senfgelb, um Kontraste für Bereiche mit erhöhter Aufmerksamkeit zu schaffen wie Podeste, Rampen oder Treppen.

Holz, Gelb- und Grüntöne dominieren die Farbstimmung.

Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit mit Blick auf DGNB-Zertifizierung

Das Projekt wurde konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und strebt den KfW 40 Standard sowie eine DGNB-Zertifizierung in Silber an. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Projekts betrachtet – im Hinblick auf die Umweltwirkungen und Ressourcenverbräuche, genauso wie in Bezug auf die Kosten für die Bewirtschaftung und Instandhaltung. Dies erforderte eine intensive Abstimmung zwischen Fachplaner:innen und Handwerker:innen, um alle Kriterien für die Förderung umsetzen und nachweisen zu können. Besonderer Wert wurde auf die Verwendung nachhaltiger Materialien, eine optimierte Verschattung und den Einsatz einer PV-Anlage gelegt. Der Anbau ist eine reine Holzkonstruktion.

Das Gebäude ist grundsätzlich barrierefrei zugänglich. Dies beinhaltet einen schwellenlosen Zugang zum Gebäude und zum Obergeschoss, eine Behindertentoilette, einen Aufzug mit Mehr-Sinne-Prinzip-Bedienung und generell ausreichende Flurbreiten und Bewegungsflächen vor Türen. Alle Türen sind schwellenlos. Arbeitsplätze können durch die flexiblen Raum- und Möbelstrukturen jederzeit den spezifischen Bedürfnissen angepasst werden. Alle Eingänge, Fenster und Handläufe haben gemäß barrierefreien Anforderungen eine taktile Beschriftung. Ebenfalls sind die befestigten Außenanlagen generell barrierefrei. So trägt der Kindergarten zu einem inklusiven Klima in der Gemeinde bei.

07

Architektonisches Konzept

Unser Beitrag beim Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb zum Neubau eines Familienzentrums in Althengstett.

Der Entwurf sieht einen 2-geschossigen Flachbau als kompakten Baukörper vor, der im Kontrast zum angrenzenden Schulbestand steht. Die dreiteilige horizontale Gliederung bildet die unterschiedlichsten Funktionen des Neubaus ab und ist sowohl in der Form als auch in der Materialität ablesbar. Somit wird der städtebaulichen Lage und dem topologisch von der Straße aus ansteigenden Gelände Rechnung getragen.

Der massive Sockel trägt maßgeblich zur Zonierung des Baukörpers bei und schafft es gleichzeitig den Höhenunterschied gestalterisch zu überspielen. Die beiden Eingänge – Östlicher Nebeneingang Schule und Eingang Neubau werden nebeneinander angeordnet, sodass beide Gebäudeteile – Grundschule und Familienzentrum – eine Einheit bilden und keine Benachteiligung im Sinne der Barrierefreiheit besteht. Die Erschließung liegt in einer gläsernen Fuge, die den Übergang zwischen den Gebäudeteilen auch nach außen hin sichtbar macht und die neuen Funktionen an den Bestand anbindet. Von hier aus kann nun auch die Schule barrierefrei erschlossen werden. 

Das optisch auskragende Obergeschoss ist als ”Leuchtturm” von Norden her kommend und aus Richtung des Rathaus gut sichtbar, rückt das neue Familienzentrum dadurch in den Fokus der Bevölkerung. In seiner architektonischen Ausformulierung wird hierbei bewusst pro Fassadenseite nur ein einziges, zusammenhängendes großes “Schaufenster” ausgebildet. Das architektonisch prägende Merkmal des Bestandsbaus – das Buntglasfenster – wird bewusst erhalten und bleibt freigestellt. 

08

Städtebauliche Einbindung und Freianlagen

Der Baukörper des Familienzentrums steht als neuer Auftakt des gesamten Schulareals. Als Gegenpol zum Rathaus wird bewusst eine Engstelle gebildet, die als neues Eingangstor zum Ortskern von Althengstett fungieren soll. Die dadurch entstehende Nähe zur Straße soll symbolisch auch für die Nähe zu den Bürgern stehen, die als spätere Nutzer das Familienzentrum beleben werden.

Von der Straße führt eine Rampe barrierefrei zum neuen Eingang, dessen Niveau, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, 70 cm unter dem Bestandsniveau der Schule liegt. Im Eingangsbereich befindet sich auch die neue Außenterrasse unter der Auskragung des Obergeschosses, die als Erweiterung des Multiraumes dienen kann und die als Verbindungsglied zur Umgebung und zum Außenbereich zum Sitzen und Verweilen einlädt. 

Es wird Rücksicht auf den Baubestand im Süden genommen und eine grüne Lunge im hinteren Teil zwischen den Baukörpern geschaffen. Im Norden schließt der neue Baukörper in einer Linie mit dem bestehenden Treppenhaus der Schule ab.  

09

Innere Organisation

Das Foyer als transparente Trennfuge zwischen Alt und Neu dient als Verteiler auf zwei Stockwerken. Die barrierefreie Erschließung wird über einen Aufzug als Durchlader sowie eine direkt daneben angeordnete Treppe gelöst. Durch ein überhöhtes Erdgeschoss werden das Obergeschossniveau der Bestandsschule und des Neubaus auf eine Höhe gesetzt. Auf diese Weise wird eine ordentliche interne Funktionsverteilung und Abtrennung der Nutzungen erreicht. 


Von innen nach außen gedacht gibt der Entwurf eine klare architektonische Haltung vor. Sowohl im Foyerbereich, als auch in den großen Aufenthaltsräumen entstehen gezielte Sicht- und Blickachsen, Durchblicke und Einblicke. Auf die Stadt, eine Verbindung zwischen Ihnen und Außen.

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Haustechnisches Konzept

Das Gebäude schließt an das bestehende Versorgungsnetz der Schule an. Zur Stromerzeugung wird eine PV Anlage auf dem ansonsten extensiv begrünten Dach vorgesehen. Das Lüftungskonzept sieht für den Multiraum eine Lüftungsanlage im Erdgeschoss vor, welche in den Hohlräumen der abgehängten Decken der Nebenräume untergebracht ist. Zur Kostenersparnis und  zugunsten der Raumhöhe wird im Multiraum auf eine Verblendung der Lüftungsrohre verzichtet und Wickelfalzrohre sichtbar an der Decke geführt. 

Im Obergeschoss soll mit einer mechanischen Nachluftspeicherung auf eine aufwändige Lüftungsanlage verzichtet werden. Öffentliche Lüftungsflügel in der Fassade liegen hinter Lamellen im Erdgeschoss und hinter der perforierten Fassade im Obergeschoss. Die große Auskragung im Süden dient als sommerlicher Wärmeschutz der großzügigen Verglasung des Multiraumes.

Des Weiteren wird für die restlichen großflächigen Verglasungen ein außenliegender, textiler Sonnenschutz vorgesehen. Gleichzeitig dienen die großen Öffnungen als Energiequelle in den Wintermonaten.

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Tragwerk


Aus Kostengründen wird auf eine Unterkellerung und eine weitere aufwändige, konstruktive Maßnahmen verzichtet. Das Erdgeschoss steht auf einem zur Straße hin um Brüstungshöhe erhöhten Sichtbetonsockel. In sich geschlossene Funktionsboxen, die als tragende Kerne ausgebildet werden, spannen über den Multifunktionsraum und den überdachten Außenbereich was einen stützunfreien Raum ermöglicht.

Auch im Obergeschoss werden geschlossene Funktionsboxen in Kombination mit Wandscheiben ausgebildet, welche auf einer Massivholzdecke stehen. Eine Trägerebene im Betreuungsbereich Schulkinder dient hier als überspannendes Tragwerk.

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Herausforderungen

Kund*innenwünsche

Die Kund*innen setzen sich bei dieser Hochschule aus vier Parteien zusammen: dem Verein Hochschulcampus Nordschwarzwald e. V., dem Centrum für Digitalisierung, Führung und Nachhaltigkeit Schwarzwald gGmbH, die Stadt Freudenstadt als Betreiber des Gebäudes und die Kreissparkasse als Investorin und offizieller Bauherr. Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins sind größtenteils selbst Inhaber*innen regionaler, kleiner und mittelständischer Unternehmen im Bereich produzierende Industrie. Hier besteht das Interesse, die Zukunft der Wirtschaftsregion zu sichern, indem vor Ort qualifizierte Mitarbeiter*innen ausgebildet werden.

Ein Produktionslabor, ein Maker-Lab und ein E-Lab werden in der neuen Hochschule bereitgestellt

Das Produktionslabor bietet Raum für Forschung und Entwicklung mit Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit im (Sonder-)Maschinenbau. Das Maker-Lab ermöglicht die Anfertigung von Prototypen oder sogenannten Demonstratoren, wo man z. B. auch „digitale Zwillinge“ programmieren kann. Im E-Lab können Datenmessungen durchgeführt werden oder es werden Mikro-Controller programmiert.

Die Stadt Freudenstadt als zweite Partei ist zum einen Betreiberin des Gebäudes und stellt dies dem Campus zur Verfügung und möchte zum anderen Teile der Hochschule für repräsentative Anlässe nutzen können. Die Stadt hatte bereits einen Entwurf erarbeitet und vorgelegt, der als Ausgangspunkt für die weiteren Planungs- und Ausführungsphasen diente.

Die Detailplanung, die Entscheidungsgrundlagen für die gesamte technische Ausstattung und die Innenarchitektur für z. B. Cafeteria, Co-Working-Spaces und Konferenzräume wurden durch uns konzipiert und realisiert.

Das gemeinsame Ziel des Projektes war, sowohl den industriellen Teil (Maker-Lab/Laborhalle/E-Lab) mit dem repräsentativen Teil (Foyer und Konferenzraum) auf ansprechende Art und Weise zu verbinden als auch alle Räume mit entsprechender Seminar- und Forschungstechnik auszustatten.

Die Außenanlagen sollten ebenfalls neu hergerichtet werden. Es sollen 45 Parkplätze und zwei Elektroladestationen für E-Fahrzeuge geschaffen werden, dazu ein Außenbereich für den Konferenzraum, der für unterschiedlichste Nutzungen zur Verfügung stehen soll, sowie ein weiterer Außenbereich mit Sitzgelegenheiten für die Cafeteria.

Lageplan

Gelände und Umfeld

Der Baugrund liegt in einer ehemaligen Talsenke, die in diesem Bereich 6 m hoch mit Material aus den Bahnarbeiten aufgefüllt wurde und somit besondere Anforderungen an die Gründung stellte. Die Herausforderung, das Gelände bebaubar zu machen, erforderte die Zusammenarbeit mit einer Spezialfirma für Tiefbau.

106 duktile Gusspfähle, um den hohen Verkehrslasten standzuhalten

Die Pfeiler verzahnen sich durch ein besonderes Betonierverfahren mit dem aufgeschütteten Material und sind bis zu sechs Meter tief in die Erde eingelassen. Aufbauend darauf entstehen Laborhalle, Foyer und Konferenzhalle.

Zuvor musste hierfür ein ehemaliges Hotel, das zwischenzeitlich als Schule genutzt wurde, abgerissen werden. Des Weiteren wurden Teile eines Gebäudes, das früher von einem Energieanbieter genutzt wurde, abgebrochen. Der größere Teil blieb jedoch erhalten und konnte umgebaut werden: Hier finden sowohl Seminar- und Büroräume als auch Cafeteria und Bibliothek Platz.

Grundriss 1. Obergeschoss
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Die buerohauser Expert*innen und die Bauherren

Ein solch großes Projekt mit mehreren Parteien auf Kund*innenseite, den Fachplaner*innen und weiteren Spezialfirmen erfordert eine exzellente Projektkoordination und Kommunikation.

Unser Management-Team hat unsere Expert*innen aus (Innen-)Architektur, Statik und unsere Ingenieur*innen mit allen weiteren Beteiligten durch häufige und regelmäßige Abstimmungsrunden zusammengebracht.

Aufkommende Probleme wurden hier gezielt angesprochen, gemeinsam konnten Lösungen erarbeitet und Entscheidungen getroffen werden. Flexibilität und aktives Nachfragen bei Unklarheiten sind Grundsätze unseres Arbeitens. Die frühzeitige Einbeziehung und Abstimmung mit Fachingenieur*innen nicht nur im Bereich Elektro und Heizung, Lüftung, Sanitär, sondern auch in weiteren wie Tiefbau, Akustik, Bauphysik und Glasstatik sind ebenfalls wichtige Bestandteile unserer Arbeit an diesem Projekt.

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Lösungen

Glas, Metall und Beton: Die Fassadengestaltung zwischen Statik und Ästhetik

Fassade, Gebäudehülle, Außenhaut – das Äußere eines Gebäudes ist in der Lage, viel über das Innenleben zu erzählen. Für diese Hochschule sollte der Neubau vereint Transparenz, Zeitgeist und Ingenieurskunst ausstrahlen: Der Entwurf, auf den unsere Arbeit aufsetzt, sieht eine Glasfassade für den Neubau mit Konferenzhalle und Foyer vor, die Einsichten und Transparenz schafft. 

Fassaden sind dann gut, wenn Ästhetik, Funktion und Umfeld zusammenspielen.

Andreas Bürker

Architekt

Um diese Transparenz der Glasfassade im Eingangsbereich mit einem an diesem Standort notwendigen Vordach nicht zu stören, wurde ein filigranes Vordach aus Glas realisiert. Als besondere Herausforderung mussten hierfür die deutlich erhöhten Schneelasten einkalkuliert werden.

So wurde von uns zusammen mit den Spezialist*innen der Glasstatik eine elegante Lösung erarbeitet: Die im Aufhängepunkt des Vordachs ankommenden Lasten wurden über dünne Stahlseile über 4 bis 5 m Höhe nach oben in einen massiven Sturz umgeleitet.

Die hinterlüftete Metallfassade der Laborhalle und Werkstatt sowie die Glasfassade im Eingangsbereich und Neubau zeigen nach außen hin die Funktionen dieses Gebäudes: Industrielle Fertigung und Repräsentationsort.

Für die Laborhalle hatten wir eine sehr repräsentativ wirkende Fassade aus verzinkten Stahlblechpaneelen geplant. Aus Kostengründen wurde diese Idee aber verworfen und ein neuer günstigerer Vorschlag einer Sandwichpaneelfassade an uns herangetragen. Nach einer gemeinsamen Recherche mit den Bauherren kamen wir zu dem Entschluss, dass ein weiterer Vorschlag von uns gewünscht wird, der die beiden Faktoren Repräsentation und Kosten im Blick behält. Die Laborhalle wurde schlussendlich mit einer vorgehängten, hinterlüfteten Metallfassade verkleidet. Wir haben uns für Aluminium in drei verschiedenen Dunkeltönen entschieden. Je nach Perspektive ergibt sich so ein ständig wechselndes Bild. 

Die Fassade des Bestandsgebäudes wurde komplett saniert und, wo nicht vorhanden, mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen.

Ästhetische Lösungen schaffen eine Verbindung von Industriellem mit Repräsentativem

Dieses Gebäude hat zwei Aufgaben: Es muss sowohl Repräsentationsort als auch Werkstätte sein. Nicht nur die Fassade und der Eingangsbereich, sondern auch der Konferenzraum und die Laborhalle können gleichzeitig alle Anforderungen aus ästhetischer und technischer Sicht vereinen. 

Der vorgegebene Entwurf ließ uns Spielraum für die Innenraumgestaltung: Details und Ausstattung konnten daher von uns vorgeschlagen und realisiert werden. Für das Foyer haben wir individuell ein Lichtobjekt entwickelt und herstellen lassen. Die wiederkehrende, ortsbezogene Grundfarbe Petrol wird aufgegriffen. Das Lichtobjekt ist für Besucher*innen und täglich Ein- und Ausgehende ein Blickfang.

Um die Projektionswand im Konferenzraum zu installieren, haben wir intensiv mit einem Trockenbauhersteller und den Expert*innen der Bauphysik zur Gewährleistung einer guten Akustik im Raum zusammengearbeitet. Die Medientechnik und Lichtanschlüsse sollten so eingerichtet werden, dass sie nicht sichtbar sind. Die Leuchten wurden direkt in die Decke integriert. Bei einer Deckenhöhe von 5,85 Metern wollten wir, dass die Akustik im Raum gut funktioniert: Im Mittelbereich muss sie durchlässig sein und in den Randbereichen absorbierend wirken. Die große Projektionswand wurde mit der Decke verbunden: Ein skulpturales Element entstand.

Konferenzhalle mit Projektionswand, Tapetentür, Foyer mit Blick in die Laborhalle

Da die Hochschule im Nordschwarzwald liegt, war es uns wichtig, Holz zu verwenden, das aus dem Umland stammt, hier Weißtanne. So erzeugen wir einen direkten Bezug zum Ort, der dadurch weiter repräsentativ wirkt. Bei der Wandverkleidung haben wir besonders darauf geachtet, dass das Fugenbild aufeinander abgestimmt ist.

In der Laborhalle werden Versuchsaufbauten für Messungen und Testläufe durchgeführt. Labortische bieten alle wichtigen und relevanten Anschlüsse und Versorgungsleitungen dafür. Wir haben uns innerhalb unserer Recherche mit Maker-Labs viele Laborhallen angeschaut. Dadurch, dass auf diesem Teil des Baugrunds keine Unterkellerung möglich ist, konnten die Anschlussleitungen nicht wie sonst üblich vom Fußboden aus verlegt werden.

Ansicht der Laborhalle und der Detailplan der Versorgungsstationen

Co-Working und Wohlfühlen am Arbeitsplatz: Schallreduzierung und Konzentration

Offene Arbeitsräume liegen im Trend. Flexibles Austauschen von Ideen oder schnelles Abstimmen sind Möglichkeiten, die auch die Hochschule ihren Studierenden bieten möchte. Um dies zu erreichen, sind besondere akustische Rahmenbedingungen Voraussetzung, um die anderen Studierenden nicht in ihrer Konzentration zu stören. 

Die Hochschule verfügt für das Austauschen von Ideen und Forschungsergebnissen über eine Cafeteria im Erdgeschoss und einen Co-Working-Space im 1. und 2. Obergeschoss. Beide befinden sich im Bestandsgebäude.

Unser Ziel: Den Gebäudecharakter prägen und identitätsstiftend erhalten

Der petrolfarbene Deckenkran oder der gelb-schwarz markierte Stützpfeiler sowie die wieder freigelegte Rippendecke im Obergeschoss gehören hier dazu. Wir haben uns von diesen Elementen inspirieren lassen und sie in die Innenraumgestaltung integriert. Die Räume erhalten damit Teile ihres originalen industriellen Charakters zurück.

Isometrie: Offene Büroräume im 1. Obergeschoss

Die Cafeteria als Ort für Austausch und Entspannung

In Zusammenarbeit mit unseren Experten des Tischlerhandwerks haben wir Lösungen geschaffen, die Cafeteria in unterschiedliche Zonen einzuteilen: Parallel arbeiten und entspannen wird so realisierbar. Schallschluckende, abgehängte Deckensegel und ein Regal als Raumtrenner tragen dazu bei. Die Cafeteria wird so den spezifischen Anforderungen des Campus-Umfelds gerecht.

Renderings der Cafeteria des Ausgabetresens und des Regals sowie die Realisierung
Cafeteria Campus Schwarzwald

Der Co-Working-Space im Obergeschoss bietet neben Arbeiten auch Gelegenheiten zur Kollaboration

Flexible Möbel, flexible Wände, Einbauregale, Spinde, Garderoben wie auch Besprechungstische, -podeste und -boxen lassen es zu, dass sich die Studierenden je nach Aufgabe die ideale Raumsituation selbst aussuchen oder schaffen können. Wir haben ein schallabsorbierendes Sitzelement integriert, das genutzt werden kann, um schnell und unkompliziert Abstimmungen durchführen zu können. In die vorhandene Rippendecke aus Stahlbeton wurden schallschluckende Platten eingehängt.

Offene Büros mit Telefon- und Meetingbox und Raumteiler
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Ergebnisse

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Presseberichte

md Interior | Design | Architecture 21.06.2021

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