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Ausgangslage

Die Stadt Leonberg plant einen Ersatzneubau für die Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Warmbronn, da der bestehende Standort funktionale Defizite aufweist und nicht mehr den aktuellen Standards entspricht.

Das Projekt mit einer Bruttogrundfläche von ca. 1.400 m² entsteht in einer anspruchsvollen Lage im Außenbereich ohne vorliegenden Bebauungsplan, östlich der bestehenden Wache. Eine besondere Herausforderung ist die Sensibilität des Ortes: Das Baugrundstück grenzt an ein geschütztes Biotop (Feuchtwiese), das durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden darf.

Feuerwehr Leonberg-Warmbronn Lageplan
Lageplan

Konzept

Der Neubau wird auf einer Freifläche neben dem Bestandsgebäude errichtet, wobei die Planung dahingehend optimiert ist, dass der uneingeschränkte fortlaufende Betrieb der bestehenden Wache während der gesamten Bauzeit gewährleistet ist. Erst nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrhauses erfolgt der Rückbau des Altbestands sowie die Renaturierung der freiwerdenden Flächen.

Der Standort Warmbronn wird künftig eine wichtige Rolle für die Gesamtwehr der Stadt Leonberg spielen. Das Raumprogramm umfasst neben der Fahrzeughalle, einer Übungstreppe und einem Schulungsraum auch ein Katastrophenschutzlager. Besonderer Wert wurde auf optimierte interne Abläufe gelegt, etwa durch einen Alarmeingang mit angeschlossener Schleuse und flexibel gestaltbare Umkleidebereiche.

Feuerwehr Leonberg-Warmbronn
Ansicht

Nachhaltigkeit & Architektur

Das Gebäude wird als kompakter Baukörper in Holzständerbauweise realisiert, wobei eine klare thermische Trennung zwischen Fahrzeughalle und dem Sozialtrakt (Warmbereich) besteht. Die zeitlose, reduzierte Architektur setzt mit ihrer Holzfassade ein bewusstes Zeichen für nachhaltiges Bauen bei Zweckbauten.

Auch im Innenraum bleibt das Material Holz an vielen Stellen sichtbar. Das Energiekonzept umfasst ein Retentionsdach mit PV-Anlage sowie ein Retentionsbecken in den Außenanlagen. Damit verbindet der Entwurf moderne Funktionalität mit ökologischer Verantwortung.

Die Nutzenden im Blick

Die Architektur hat die Bedürfnisse der Nutzenden im Fokus und die Optimierung interner Abläufe zum Ziel. Der Alarmeingang ist mit einer Schleuse versehen, so dass die Einsatzkräfte nach Ankunft direkt durch die Schleuse in die Umkleidebereiche geleitet werden. Die Umkleiden sind flexibel gestaltet und können künftig je nach Bedarf neu aufgeteilt werden. Der Schulungsraum, der auch größere Veranstaltungen beherbergen kann, gibt den Blick auf die Fahrzeughalle frei und verfügt über eine großzügige, helle Loggia nach Südwesten.

buerohauser ist für Architektur und Tragwerksplanung verantwortlich.

Ausgangslage

Das Grundschulgebäude aus den Jahren 1978 und 1996 stand vor einer notwendigen energetischen Sanierung und Ertüchtigung: Die Schule verfügte über eine komplett veraltete und teilweise nicht mehr sichere Gebäudetechnik. Die Gebäudehülle wies zudem diverse Leckagen auf, die zu einem deutlich erhöhten Energiebedarf führten.

Im Zuge der Detailplanung wurde entschieden, eine umfassende Generalsanierung durchzuführen, die die Erneuerung sämtlicher Installationen einschloss. Das übergeordnete Ziel war es, den Schulstandort zu erhalten und für die Zukunft fit zu machen, indem das Gebäude an die aktuelle Vorschriftenlage sowie an moderne pädagogische Konzepte angepasst wurde.

Auf Wunsch des Bauherrn wurde darauf geachtet, das gewohnte Erscheinungsbild der Schule nicht zu stark zu verfremden und so deren Identität zu erhalten.

Konzept & Umsetzung

Die Sanierung umfasste den vollständigen Austausch der Installationen und der Gebäudetechnik. Die gesamte Gebäudehülle wurde mit einem Vollwärmeschutz versehen, in dem mineralische Systeme Anwendung fanden. Diese bestechen durch eine hohe Diffusionsfähigkeit, exzellenten Brandschutz und eine positive Ökobilanz.

Anstelle einer konventionellen mechanischen Lüftungsanlage wurde eine kontrollierte natürliche Belüftung über Kippflügel mit dem System WindowMaster realisiert. Diese sorgt trotz der Glasfassade des Gebäudes auch an heißen Tagen für ein angenehm kühles Raumklima.

Ein wesentlicher Mehrwert für die Nutzenden wurde durch die Umsetzung einer bereits im ursprünglichen Bauplan angedachten Idee geschaffen: Auf unser Bestreben hin wurden die damals nicht realisierten Außentüren der Klassenräume nun umgesetzt. Diese ermöglichen den unkomplizierten Zugang vom Klassenraum zum Außenbereich, was neue pädagogische Ansätze in Form von Außenunterricht vereinfacht. In den Klassenzimmern ermöglicht die Sanierung außerdem künftig die Anwendung digitaler bzw. technisch gestützter Unterrichtsformen durch den Einsatz elektronischer Ausstattung.

Multidisziplinäre Zusammenarbeit war ein Dreh- und Angelpunkt im Projekt, da viele Themen der Fachplanungen HLS + E und Brandschutz mit in die architektonische Planung einflossen und gebündelt beim Projektleiter koordiniert wurden.

Nachhaltigkeit

Das Projekt legt einen starken Fokus auf nachhaltige und vor allem langlebige Lösungen. Erhalt und behutsame Modernisierung standen im Vordergrund. Es kamen weitestgehend natürliche Materialien zum Einsatz, wie beispielsweise bei den neuen Holz-Alu-Glasfassaden oder den Akustikdecken aus Holzwolle-Leichtbauplatten. Funktionierende Bauteile, wie bestehende Türen und Wandoberflächen, wurden ganz bewusst erhalten und instand gesetzt, um Ressourcen zu schonen.

Ausgangslage

Für die Gartenschau „Tal X“ 2025 beauftragte der Landkreis Freudenstadt den Entwurf eines Ausstellungspavillons mit einer besonderen Anforderung: Das Gebäude sollte nach Veranstaltungsende nicht zurückgebaut, sondern dauerhaft als Fahrzeughalle für den Abfallwirtschaftsbetrieb weitergenutzt werden. Die Vision war also nicht, einen temporären Bau zu schaffen, der Abfall produziert, sondern eine Fahrzeughalle so vorausschauend zu planen, dass eine hochwertige Zwischennutzung als Pavillon möglich wird. Es entstand ein echtes Bauwerk mit doppeltem Zweck – geplant mit klarem Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit.

Konzept & Umsetzung

Die zentrale Herausforderung bestand darin, zwei grundlegend unterschiedliche Nutzungen – einen repräsentativen Ausstellungsraum und eine robuste Fahrzeughalle – in einer einzigen, klaren Struktur zu vereinen. Beide Nutzungsarten hatten in sich sehr spezifische Anforderungen: So sollte zum Beispiel im Pavillon ein separater Bereich für eine immersive Videoinstallation geschaffen werden. Die architektonische Antwort ist eine bewusst einfach gehaltene und nachhaltige Holzkonstruktion, deren Form und Materialität beiden Szenarien gerecht wird.

Das Gebäude basiert auf einem modularen Holztragwerk mit ästhetisch sichtbaren Fachwerkträgern. Die Fassade aus konisch gesetzten Lärchenleisten verleiht dem Baukörper eine natürliche, authentische Textur, während im Innenraum robuste OSB-Platten eine kostengünstige und zugleich ehrliche Gestaltung von Wänden, Böden und Decken ermöglichen. Dank des hohen Vorfertigungsgrades konnte eine extrem kurze Bauzeit von nur zwei Monaten realisiert werden.

Nachhaltigkeit & Wirtschaftlichkeit

Das Projekt führt die Themen Ressourcenschonung und Gestaltungsqualität konsequent zusammen. Die Konstruktion ist komplett demontierbar, und auf Metall wurde zugunsten von unbehandeltem, heimischem Holz weitgehend verzichtet. Die hinterlüftete Fassade aus senkrecht angeordneter Lärche schützt die Konstruktion zuverlässig und unterstreicht den ökologischen Anspruch.

Die enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Architektur und Tragwerksplanung, aber auch der enge Austausch mit der Bauherrschaft und der ausführenden Zimmerei waren entscheidend, um die gegensätzlichen Nutzungsanforderungen gestalterisch und wirtschaftlich zu verbinden. So entstand ein durchdachter Holzbau, der bereit für seine zwei Lebensphasen ist. Die Gartenschau Tal X läuft von Mai bis Oktober 2025. Der Ab- und Wiederaufbau des Pavillons wird im Anschluss realisiert.

Ausgangslage

Die Gemeinde Karlsbad plant einen Ersatzneubau für das bestehende Feuerwehrgerätehaus in Langensteinbach. Ziel ist es, den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Feuerwehr gerecht zu werden, was am bisherigen Standort aufgrund funktionaler Defizite des Altbaus nicht mehr möglich war. Das neue Gebäude muss Platz für sieben Einsatzfahrzeuge (zum Teil mit Drehleiter) sowie eine Waschhalle bieten. Zudem sind über 50 Stellplätze für die Einsatzkräfte vorgesehen. Eine zentrale Anforderung ist die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit am Standort über die gesamte Bauphase hinweg. 

Konzept

Das Grundstück, auf dem das Bestandsgebäude steht und der Neubau entstehen soll, ist eher kompakt geschnitten. Während ursprünglich mit einem Teilabbruch und einer kostenintensiven Interimslösung geplant wurde, konnte buerohauser im VgV-Verfahren eine effizientere Lösung aufzeigen: Durch die geschickte Platzierung des Neubaus auf der verbleibenden Grundstücksfläche bleibt der Altbau während der Bauzeit unangetastet. Erst nach dem Umzug der Feuerwehr erfolgt der Rückbau. 

Die architektonische Form des Entwurfs mit seinen markanten schrägen Kanten ist eine direkte Folge aus diesen Überlegungen – er greift die örtlichen Gegebenheiten und die funktionalen Anforderungen gleichermaßen auf.

Feuerwehr Karlsbad-Langensteinbach, Lageplan
Lageplan: Der Ersatzneubau nutzt die kompakte Grundstücksgröße maximal aus, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden

Das Gebäudevolumen gliedert sich in zwei unterschiedlich hohe Baukörper: Der nördliche, höhere Teil beherbergt die Fahrzeughalle und den darüberliegenden Schulungsraum, der sich optisch über den südlichen, flacheren Trakt mit den Sozialräumen und sonstigen Flächen schiebt. 

Feuerwehr Karlsbad-Langensteinbach Ansicht
Ansicht

Sämtliche Abläufe einer modernen freiwilligen Feuerwehr wurden optimiert. Kreuzungsfreie Wege für ankommende und ausrückende Fahrzeuge garantieren Sicherheit im Einsatzfall. Im Inneren ermöglichen flexible Umkleidebereiche und ein durchdachtes Schleusenkonzept die konsequente Schwarz-Weiß-Trennung zur Vermeidung von Kontaminationsverschleppung. 

Architektur & Gemeinschaft

Visuell besticht der Entwurf durch eine schlichte Fassade, die durch farbliche Akzente und gestalterische Elemente aufgelockert wird. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Aufenthaltsqualität für die Feuerwehrangehörigen: Der großzügige Schulungsraum verfügt über eine Terrasse mit weitem Blick über den Ort. Ein weiterer Außenbereich im Süden bietet Raum für Gemeinschaft, was den Freiwilligendienst attraktiver macht und das Vereinsleben stärkt. Der Feuerwehrhof dient zudem als Übungsfläche. 

Feuerwehr Karlsbad-Langensteinbach, Ansicht
Schnitt

Nachhaltigkeit

Das Gebäude ist in nachhaltiger Holzbauweise geplant, womit ein zukunftsweisendes Zeichen gesetzt wird. Die enge interne Zusammenarbeit der Disziplinen Architektur, Tragwerksplanung und der Freianlagenplanung bei buerohauser im Zusammenspiel mit den weiteren beauftragten Fachingenieuren ermöglicht eine ganzheitliche Lösung, die sowohl städtebaulich als auch funktional überzeugt.

Ausgangslage

Das denkmalgeschützte, vierstöckige Schulgebäude von 1867 soll unter Berücksichtigung der historischen Substanz generalsaniert und für die weitere Nutzung als Städtische Musikschule ertüchtigt sowie barrierefrei erschlossen werden.

Die Außenfassade im Erdgeschoss besteht aus Buntsandstein, die darüberliegenden Stockwerke sind mit einer kleinformatigen Schindelfassade versehen. Die Sprossenfenster haben eine Frieseinfassung und Holzklappläden. Die Dachform ist als Walmdach ausgeführt.

Musikschule Bestand: Die Fassade
Unter Berücksichtigung der historischen Substanz wird das Gebäude behutsam generalsaniert.
Musikschule Bestand: Treppenhaus

Entwurfskonzept

Ein rückwärtiger Anbau aus den 1970er Jahren wird abgebrochen und durch einen neuen, zweiteiligen Baukörper ersetzt, der sich auf das Erdgeschoss und einen markanten Turm an der Westfassade des Baus erstreckt, der den barrierefreien Aufzug sowie den Sicherheitstreppenraum beherbergt.

Visualisierung der Musikschule Altensteig
Visualisierung der Musikschule Altensteig mit Treppenturm aus Profilbauglas: Baustart ist im Sommer 2025

Ein Kern aus Stahlbeton bildet das Foyer im Erdgeschoss sowie den Treppenraum. Der übrige Anbauteil wird in Holzständerbauweise ausgeführt. Hier sind neben dem Foyer auch WC-Anlagen, Teile der Lüftungstechnik und Lagerflächen untergebracht. Die Fassade dieses Bereichs wird mit Naturholz bekleidet, wobei die Eingangsbereiche durch Fassadenplatten akzentuiert werden. Der Anschluss an die Bestandsfassade erfolgt geschossweise. Der Treppenturm erhält eine dreiseitige Fassade aus Profilbauglas.

Die Generalsanierung im Außenbereich erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt und beinhaltet eine neue Dacheindeckung, Ausbesserungen der Schindelfassade, der Friese, der Holzklappläden, Austausch der Fenster und die Sanierung des Natursteinmauerwerks.

Im Innenbereich werden die Oberflächen ertüchtigt und zum Teil erneuert, Trockenbauwände eingebaut und zusätzliche Sanitärräumlichkeiten geschaffen. Historische Stuck- und Holzelemente werden restauriert und die Haustechnik vollständig erneuert (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro).

Das Brandschutzkonzept im Bestand wird in Verbindung mit dem neu zu errichtenden Flucht-Treppenhaus neu aufgestellt.

Baustart ist im Sommer 2025.

Ausgangslage

Das Projekt basiert auf dem Grundgedanken eines Wohnraumtauschs zur Optimierung der Nutzung von Bestandsimmobilien. Senior:innen wird der Umzug aus oft zu groß gewordenen Eigenheimen in barrierefreie Mietwohnungen vor Ort erleichtert. Der Neubau besticht durch kompakte, optimierte Grundrisse und Gemeinschaftsflächen, die Begegnung und sozialen Austausch fördern. Die freiwerdenden Bestandsimmobilien können anschließend von Familien bezogen werden, wodurch eine effizientere Ausnutzung des vorhandenen Wohnraums im Quartier erreicht wird. Optional unterstützt der Projektinitiator die Vermietung der Bestandsimmobilien, um den Umzugsprozess für die Senior:innen zu erleichtern. Bei der Planung und Umsetzung des Neubaus soll möglichst ressourcenschonend vorgegangen werden.

Konzept & Umsetzung

Der Neubau beinhaltet acht barrierefreie Wohneinheiten sowie großzügig dimensionierte Gemeinschaftsflächen. Das architektonische Konzept zielt auf die Förderung sozialer Interaktion und nachbarschaftlicher Beziehungen durch eine offene Grundrissgestaltung und gemeinschaftsfördernde Erschließungsbereiche ab. Die Erschließung erfolgt über einen vorgelagerten Laubengang, der zusammen mit den überdachten Balkonen neben der sozialen Funktion auch Witterungsschutz und sommerliche Verschattung bietet.

Eingang seitliche Ansicht
Ausblick vom Balkon
Treppe


Zusätzlich zu den Wohneinheiten stehen den Bewohnern vielfältig nutzbare Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung: ein Werkstattbereich, ein Atelier, eine Waschküche sowie weitere Abstellräume und ein Gemeinschaftsraum mit Küche und Kochinsel. Diese erweitern das funktionale Angebot und stärken die Hausgemeinschaft.

Der Hauptbaukörper wurde in modularer Holzbauweise errichtet. Für das Tragwerk kamen vorgefertigte Wand- und Deckenelemente aus Brettsperrholz (BSP) zum Einsatz, dessen Holz aus nachhaltiger regionaler Forstwirtschaft im Schwarzwald stammt. Selbst der Aufzugsschacht wurde als vorgefertigtes Vollholzelement realisiert.

Diesem Holzkörper sind Laubengänge und Balkone als robuste Stahlbetonkonstruktion vorgelagert. Die Fassade wird durch eine umlaufende, vertikale Holzlamellenstruktur geprägt.

Das Energiekonzept setzt auf regenerative Quellen: Die Wärmeversorgung erfolgt primär über eine Solarthermieanlage mit Pufferspeicher, ergänzt durch eine Holzfeuerstätte. Die Wahl der Holzbauweise mit regionalem Baustoff und das Energiekonzept unterstreichen die hohe ökologische Qualität des Gebäudes.

Fazit

Das Projekt „Das Neschtle“ verknüpft soziale Zielsetzungen wie altersgerechtes Wohnen und Gemeinschaftsförderung mit ökologischen Aspekten wie nachhaltiger Holzbauweise und einem regenerativen Energiekonzept sowie ökonomischen Überlegungen, insbesondere in Bezug auf die effiziente Wohnraumnutzung. Es stellt ein zukunftsweisendes Wohnmodell dar, das einen Beitrag zur lokalen Wohnraumversorgung leistet und die Klimaschutzagenda unterstützt. Die Architektur adressiert hierbei spezifisch die Bedürfnisse der älteren Generation und leistet gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Quartiersentwicklung.

Ausgangslage

Das markante Gebäude, erbaut im Jahr 1910 als Wohnhaus, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zuletzt als Notariat genutzt, stand das denkmalgeschützte Jugendstil-Objekt längere Zeit leer. Die Stadt Nagold plante, das historische Bauwerk zu erhalten und ihm eine neue, sinnvolle Bestimmung zu geben. Zukünftig sollen hier moderne Verwaltungsräume für die Betriebe der Stadtwerke entstehen. Dabei war es von größter Bedeutung, die wertvolle historische Bausubstanz zu respektieren und bauzeittypische Ausstattungen wieder sichtbar zu machen.

Notariat Nagold, Bestand
Bauen im Bestand: Ziel ist die behutsame Erhaltung und Optimierung des denkmalgeschützten Gebäudes für kommende Generationen
Notariat Nagold, Bestand: Treppe

Konzept & Umsetzung

Das Konzept folgt dem Prinzip des „minimalen Eingriffs“: Die Grundrisse werden für die neue Nutzung nur geringfügig angepasst, sodass die bestehende Raumstruktur weitestgehend erhalten bleibt. Auch die ehemalige Wohnung im Dachgeschoss wird in die Büronutzung integriert, wodurch das gesamte Gebäude als eine Verwaltungseinheit fungiert.

Während der Sanierungsbedarf im Inneren größtenteils überschaubar ist, erfordert die Dachkonstruktion inklusive der Gauben eine umfassende Instandsetzung. Die Gebäudetechnik wird grundlegend modernisiert: Die Erneuerung der sanitären Anlagen sowie der gesamten Elektro-, Trinkwasser- und Heizungsinstallationen stellt den Betrieb für die Zukunft sicher.

Denkmalschutz & Innenraumkonzept

Ein zentrales Ziel des Entwurfs ist die Wiederherstellung des historischen Glanzes. Die repräsentative Treppenanlage aus Eichenholz wird originalgetreu aufgearbeitet, ebenso wie die wenigen erhaltenen Parkettböden und die historischen Holztüren mit Glaselementen. Der vorhandene Deckenstuck und der historische Fliesenboden im Windfang bleiben als identitätsstiftendes Merkmal erhalten.

Rendering Innenraum, Treppe
Visualisierung Innenraum

Um modernen Arbeitsanforderungen gerecht zu werden, kommen in den Büros zur Optimierung der Raumakustik Deckensegel (Heradesign) zum Einsatz. Das Farb- und Materialkonzept orientiert sich am historischen Bestand: Befunduntersuchungen der ursprünglichen Farbschichten fließen in die Gestaltung mit ein.

Notariat Nagold Farbkonzept
Farb- und Materialkonzept

Nachhaltigkeit

Bei der energetischen Sanierung wird mit Augenmaß und Rücksicht auf die Denkmaleigenschaft vorgegangen. Ziel ist eine Orientierung am Standard KfW 100 Denkmal. Das Dach wird mit einer Holzfaserdämmung energetisch ertüchtigt. Auf eine mechanische Lüftungsanlage wird verzichtet, stattdessen setzt das Konzept auf natürliche Fensterlüftung. Der Außenbereich wird nutzungsorientiert neugestaltet, inklusive neuer Baumpflanzungen und eines Erdpufferspeichers.

Ausgangslage

Die Hohenbergschule in Altensteig soll einer umfassenden Generalsanierung unterzogen werden. Der Komplex beinhaltet vier Gebäude: die Werkrealschule (eine praxisorientierte Schulform, die hauptsächlich in Baden-Württemberg vorkommt), die Realschule, den Fachklassenbau sowie die Sporthalle. Die Bauten gehen zum Teil bis in die 1960-Jahre zurück und zeigen starke Abnutzungserscheinungen.

2023 konnte buerohauser das VGV-Verfahren für sich entscheiden. Die Baumaßnahmen umfassen alle drei Schulgebäude ohne die Sporthalle, wobei die größten Arbeiten auf die hier gezeigte Werkrealschule entfallen.

Vor dem Umbau bot die Schule den Jugendlichen außerhalb der Klassenzimmer kaum Raum für Begegnung und Identifikation. Das wollten wir unbedingt ändern: solche Räume haben das Potenzial, Gemeinschaften und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen und der Schule damit quasi ein neues Herz zu verleihen.

Andreas Bürker

Architekt und Projektleiter

Entwurfskonzept

Das Bestandsgebäude der Werkrealschule setzt sich aus einem Südflügel aus den 1960er-Jahren und einem parallel dahinter verlaufenden Nordflügel aus den 1990ern zusammen. Verbunden sind die um ein Halbgeschoss versetzten Baukörper nur durch zwei Treppenhäuser. Zwischen den beiden Baukörpern besteht eine Gebäudefuge. Aufenthalts- und Gemeinschaftsbereiche gibt es in der Schule bislang nicht.

Das Entwurfskonzept beinhaltet den Ausbau der Gebäudefuge und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen und Ergänzungszimmern sowie den Einbau eines Aufzuges. Dadurch können fortan fast alle Klassenzimmer barrierefrei erschlossen werden. Mit dieser Maßnahme wird auch eine der bestehenden Kuriositäten des Gebäudes behoben: Da es bisher nur zwei separate Treppenhäuser ohne Verbindung zueinander gibt, müssen die Schüler:innen bisher das Gebäude verlassen, um von der einen auf die andere Seite des Gebäudes zu gelangen. Die neu geschaffenen Aufenthaltsbereiche verbinden fortan die Treppenräume, so dass alle Klassenzimmer innerhalb des Gebäudes erreicht werden können.

Kürzere Wege, Kommunikations- und Gemeinschaftsbereiche, neue Ergänzungszimmer und ein neu gestalteter Bereich für Lehrer:innen werten die Schule sowohl für Schüler:innen als auch für das Lehrpersonal auf. Die Fassaden werden mithilfe eines Wärmedämmverbundsystems energetisch saniert und durch die Verwendung gelochter Bleche strukturiert und neu gestaltet. 

Werkrealschule Altensteig

Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

Werkrealschule Altensteig, Vorher und Nachher
Werkrealschule Altensteig, Bestand und Entwurf

Baustart war im Oktober 2024.

01

Ausgangslage

Die Gemeinde Eutingen im Gäu möchte den bestehenden Kindergarten „Fantadu“ bedarfsgemäß um- und anbauen sowie den Bestand sanieren und neu strukturieren.

Der Bedarf an mehr Raum ist da: Der Kindergarten war bisher nur für zwei Ü3-Gruppen ausgelegt. Der vorhandene Mehrzweckraum wurde bereits als dritter Gruppenraum für eine U3-Gruppe umgenutzt.

02

Konzept & Umsetzung

Ein Anbau im nördlichen Bereich erhöht die Kapazitäten des Kindergartens auf fünf reguläre Gruppen und wird so dem Bedarf von heute gerecht: Künftig finden insgesamt 95 Kinder Platz, verteilt auf zwei U3-Gruppen mit je zehn Plätzen und drei Ü3-Gruppen mit je 20 bis 25 Plätzen. Die Gruppenräume der U3-Bereiche sind dabei großzügig dimensioniert und perspektivisch für beide Altersgruppen flexibel nutzbar.

Die Gebäudestruktur des Bestands, geprägt durch kubische Elemente, wurde im Neubau aufgenommen und weitergeführt. Dabei sind die Gruppenräume bewusst hoch gehalten, da die neuen Räumlichkeiten tiefer im Gelände liegen.

Visualisierung des Kindergartens mit Erweiterung
Visualisierung des Kindergartens mit Erweiterung

Der bestehende Mehrzweckraum wurde zum Gruppenraum umgebaut und erweitert. Der Essensbereich wurde vergrößert und die Personal- und Nebenräume ebenfalls umgestaltet. Im Zuge der Renovierung wurden die bestehenden Räume und die Fassade modernisiert und dem neuen Konzept angepasst, wobei auch die Akustik nachgebessert wurde – was Kindern und Mitarbeitenden zugute kommt.

Die neuen Räumlichkeiten im Anbau umfassen neben den beiden zusätzlichen Gruppenräumen und dem Mehrzweckraum auch Nebenräume wie Schlafraum, pädagogische Küche und Personalräume.


03

Nachhaltigkeit

Das Projekt setzt auf eine nachhaltige Bauweise, indem es die vorhandene Bausubstanz aufgreift und im Neubau integriert. Die Konstruktion erfolgte in Holzständerbauweise auf einer Betonbodenplatte.

Die Fassade kombiniert Putz und Holz und wurde durch energieeffiziente Holz-Alu-Fenster ergänzt. Zur Energiegewinnung wurde auf den flach geneigten Flach- und Pultdächern eine Photovoltaikanlage installiert, die in maximaler Auslegung nicht nur den Eigenbedarf deckt, sondern auch Überschüsse ins Netz einspeist.

04

Innenarchitektur

Das Innenraumkonzept der Kita basiert auf einem offenen Prinzip, das den Kindern Freiheit und Bewegung ermöglicht.

Ein wiederkehrendes, gestalterisches Leitmotiv ist die Kreisform, die sich im Innen- und Außenbereich wiederfindet: farbige Kreise auf dem Bodenbelag der Flure und des Bewegungsraums, der „Welcome Desk“ in Raupenform sowie die runden Oberlichter und Fassadenelemente.

Der „Welcome Desk“, gestaltet in Form einer Raupe.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Raumakustik gelegt, da die Lautstärke in Kitas und Kindergärten für das Wohlbefinden maßgeblich mitentscheidend ist. Die Kita ist mit Akustikdecken ausgestattet, um die allgemeine Geräuschkulisse zu dämpfen. In stark genutzten Bereichen mit hohem Geräuschpegel wurden zusätzliche Akustikelemente eingesetzt: Im Flur akustisch wirksame Rückwände an den Garderobenelementen und in anderen Bereichen Wandabsorber.

Farbgebung

Zur besseren Orientierung wurden die Räumlichkeiten der Altersgruppen farblich differenziert: Grün für die Unter-Dreijährigen, Gelb für die Über-Dreijährigen. Die Farbcodierung Grün und Gelb für die unterschiedlichen Gruppen bietet Orientierungshilfe und taucht in strukturellen Möbelelementen wieder auf. In gemeinschaftlich genutzten Bädern wird die Farbcodierung durch ein Patchwork in Gelb und Grün fortgeführt, das sich in den pastellfarbenen Fliesen wiederfindet. Die Farben im Innenraum sind bewusst dezent gehalten, da die Kinder selbst und auch die Spielgeräte schon viel Farbe in den Raum bringen.

Grün kennzeichnet die Bereiche für Unter-Dreijährige, Gelb die für Über-Dreijährige. In gemeinsam genutzten Bereichen kommen beide Farben zum Einsatz.

Einbaumöbel

Die Einbaumöbel sind speziell für die Bedürfnisse der Kinder konzipiert und von uns individuell geplant. Die Gestaltung fördert die Eigenständigkeit der Kinder, etwa durch niedrige Regale und Garderoben, die sie selbstständig erreichen können. Weitere Möbelstücke wie Sitz- und Spielmöglichkeiten sind ebenfalls auf ihre Größe und Bedürfnisse zugeschnitten. Unter der Treppe bietet eine gemütliche Sitznische den Kindern einen zusätzlichen Rückzugsort.

Materialwahl

Die Materialwahl wurde unter ökologischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten getroffen. Es wurden ausschließlich nachhaltige und schadstofffreie Materialien verwendet, um ein gesundes Raumklima zu gewährleisten. Der Bodenbelag besteht aus Linoleum, das verwendete Holz stammt aus FSC®-zertifizierter Herkunft. So entsteht ein Raum, der sowohl die ästhetischen als auch die ökologischen Ansprüche erfüllt und die Kinder in einer gesunden Umgebung willkommen heißt.

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Neubau 4-gruppige Kindertageseinrichtung in Endingen

Ausgangslage

Die Eisberghalle Nagold, eine ehemalige Bundeswehrsporthalle und ein Relikt der 1960er Jahre, wird modernisiert. In die Jahre gekommen und mit deutlichem Sanierungsstau, soll die mittlerweile für den Schul- und Vereinssport genutzte Halle in eine zeitgemäße, DIN-konforme Dreifeldsporthalle transformiert werden. Durch den Anbau eines Multifunktionsraumes wird das Nutzungsangebot der Eisberghalle erweitert. Dieser kann sowohl für kleinere Veranstaltung sowie für Vereins- und Sportaktivitäten genutzt werden. Im Juli 2023 konnten wir das VGV-Verfahren für die Modernisierung der Sporthalle erfolgreich für uns entscheiden.

Durch die Modernisierung der Eisberghalle schaffen wir nicht nur eine zeitgemäße Sportstätte für den Schul- und Vereinssport, sondern auch einen attraktiven Treffpunkt für die Nagolder Bürgerinnen und Bürger. Ich bin stolz darauf, Teil eines Projekts zu sein, das die Zukunft des Sports und der Gemeinschaft in Nagold auf lange Jahre prägen wird.

Robert Pfeifer

Architekt und Projektleiter

Konzeptentwurf

Der Entwurf sieht folgende Maßnahmen vor:

Eisberghalle Nagold, Vorher und Nachher
Eisberghalle Nagold, Bestand und Entwurf

Die neue, hinterlüftete Fassade besteht künftig aus einem hochwertigen, robusten und in Teilbereichen gelochten Trapezblech.

Eisberghalle Nagold Materialbemusterung
Materialmuster

Der Baustart ist für das Frühjahr 2025 geplant.