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Ausgangslage

Im Großraum Berlin entsteht ein neuer sozialer und medizinischer Mittelpunkt. Das Ziel des Projekts geht weit über die reine Versorgung hinaus: Es sollen nachhaltige und zukunftsweisende Räume mit „Herz und Seele“ geschaffen werden, die als Initialzündung für eine umfassende Quartiersentwicklung dienen. Die Aufgabe besteht darin, vielfältige Funktionen – von medizinischer Versorgung über Kinderbetreuung bis hin zu Gastronomie und Gewerbe – an einem Ort zu bündeln und so einen lebendigen Anlaufpunkt für alle Generationen zu schaffen.

Konzept & Umsetzung

Der Entwurf für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) folgt der Vision einer „Humanen Architektur“, die das Miteinander fördert. Das Gebäude fungiert als „Haus der Begegnung“, das Gemeinschaft und Versorgung vereint. Auf vier Geschossen werden die Funktionen vertikal so gegliedert, dass gezielte Synergien entstehen: Während die medizinische Versorgung mit Fachärzten und Pflegediensten den Kern bildet, sorgen eine Kita, ein Quartierstreff und flexible Gewerbeflächen für Belebung.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Aufenthaltsqualität: Eine offene, einladende Atmosphäre prägt den Entwurf. Ein Café im Eingangsbereich des MVZs, ein Multifunktionsraum für Workshops und eine dedizierte „Etage der Begegnung“ laden zum Verweilen und Austausch ein. Barrierefreiheit im gesamten Gebäude ist dabei selbstverständlich. Ein ganzheitliches Mobilitätskonzept mit fußgänger- und radfahrerfreundlicher Infrastruktur rundet die Planung ab.

Nachhaltigkeit & Gemeinschaft

Zukunftsfähigkeit zeigt sich hier in der Flexibilität: Die Grundrisse sind so konzipiert, dass Vermietflächen und Co-Working-Spaces langfristig auch umgenutzt werden können. Neben einer hohen Energieeffizienz und bewusster Materialwahl steht vor allem die soziale Nachhaltigkeit im Fokus. Durch die enge Verzahnung von medizinischer Versorgung und sozialem Leben entsteht ein Gebäude, das nicht nur funktional ist, sondern einen echten Mehrwert für die Gemeinschaft bietet.

Ausgangslage

Die Roggenbachschule, ein Schulgebäude aus den 1960er Jahren, wird fit für die Zukunft gemacht. Die Aufgabe umfasst eine tiefgreifende Sanierung sowie diverse An- und Umbauten, um die Anforderungen an einen modernen Ganztagsbetrieb zu erfüllen. Dazu gehören eine neue Schulküche mit Speiseraum und integrierter Lehrküche sowie differenzierte Aufenthalts- und Lernbereiche. Gleichzeitig erfolgt eine umfassende energetische Sanierung: Die Gebäudehülle wird gedämmt, Fenster erneuert und die Haustechnik komplett modernisiert – inklusive dezentraler Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung und einer PV-Anlage auf dem neuen Dach. Der Außenbereich erhält dazu auch eine deutliche Aufwertung, indem ein neuer Schulhof mit Überdachung entsteht.

Roggenbachschule Unterkirnach Bestandsfoto
Roggenbachschule Unterkirnach: Bestand

Konzept & Umsetzung

Zentrales Element des Entwurfs ist die konsequente Umsetzung der „Hausschuhgrundschule“: Ein neuer Eingangsbereich mit Foyer bündelt die Garderoben, sodass Straßenschmutz draußen bleibt und die Böden – insbesondere das erhaltene Parkett – als saubere Lern- und Spielflächen genutzt werden können. Das neue Foyer bildet zusammen mit einem verglasten Anbau und dem Mensa- sowie Aulabereich das neue Herz der Schule und ermöglicht vielfältige, gemeinschaftliche Nutzungen. Es werden ausreichend Ecken zum gemeinsamen Lernen, Spielen oder einfach nur zum Lesen eingeplant.

Gestalterisch fügt sich der zweigeschossige Baukörper sensibel in den dörflichen Kontext des Schwarzwaldes ein. Das optisch versetzte Obergeschoss erhält eine ortstypische Holzfassade, während das Erdgeschoss im Eingangsbereich durch robuste, farbige Fassadenplatten akzentuiert wird. Für die vorhandenen Herausforderungen des Bestands – u.a. Altlasten, statische Besonderheiten und diverse Um- und Anbauten – konnten gute, wirtschaftliche Lösungen gefunden werden, um das Raumprogramm in der bestehenden Struktur unterzubringen und durch gezielte Eingriffe aufzuwerten.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet hier vor allem den respektvollen Umgang mit dem Bestand. Viele Bauteile wie Treppen, Raumstrukturen und das alte Parkett bleiben erhalten und werden saniert, was Ressourcen schont und graue Energie reduziert. Ergänzt wird dies durch den Einsatz ökologischer Materialien wie Linoleum, mineralischen Farben und Holz. Ein schlüssiges Brandschutzkonzept und wirtschaftliche Detaillösungen – erarbeitet in enger, multidisziplinärer Zusammenarbeit – sichern die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes, ohne das Budget unnötig zu belasten.

Ausgangslage

Ziel des Projekts ist die Erweiterung des Betreuungsangebots am Standort Sinzheim: Das bestehende Kinderhaus, ein Satteldachgebäude, soll um einen Neubau für vier weitere Gruppen ergänzt werden, um insgesamt Platz für zwölf Gruppen an einem Standort zu schaffen. Eine städtebauliche Besonderheit ist die Integration von Stellplätzen: Ursprünglich auf dem Dach geplant, konnte buerohauser im Planungsprozess die Realisierung einer Tiefgarage anregen, die künftig als Quartiersgarage dient.

Konzept & Umsetzung

Der Entwurf nimmt die Architektur des Bestands auf und interpretiert sie neu: Es entsteht eine rhythmische Abfolge von giebelständigen Satteldachhäusern, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Der Baukörper besticht durch seine schlichte Formgebung, wobei die vorvergraute Holzfassade durch unterschiedlich breite Schalungen lebendig gegliedert wird.

Die Konstruktion ist als Hybridbau angelegt: Das Untergeschoss, das die Quartiersgarage beherbergt, ist massiv ausgeführt. Darauf setzen die Kita-Ebenen in nachhaltiger Holzständerbauweise auf. Eine technische Herausforderung war die thermische Trennung der Tiefgarage, die nun gedämmt ausgeführt wird, um bauphysikalische Konflikte mit dem darüberliegenden warmen Holzbau zu vermeiden. Ein sichtbares Highlight im Inneren ist der Fahrstuhlschacht in massiver Massivholzbauweise (CLT).

Innenraum & Wohlbefinden

Die enge Zusammenarbeit von Architektur und Innenarchitektur schafft Räume mit hoher Aufenthaltsqualität. Großflächige Holz-Alu-Fenster und Gartentüren sorgen für viel Tageslicht und verbinden die Gruppenräume mit dem Außenbereich. Die vorgelagerten Fluchtbalkone fungieren dabei nicht nur als Rettungsweg über zwei Außentreppen, sondern bieten auch konstruktiven Sonnenschutz und überdachte Austritte.

Besonderer Wert wurde auf die Akustik gelegt, um Kindern und Erzieher:innen eine gesündere Umgebung zu bieten. Im Foyer kommen Lignatur-Decken zum Einsatz, im Speiseraum Lignotrend-Elemente, ergänzt durch weitere Akustikmaßnahmen in den Gruppenräumen. Die Grundrisse sind zukunftsfähig und flexibel gestaltet, sodass die Räume geschossweise übereinander liegen und sowohl für U3- als auch für Ü3-Gruppen genutzt werden können.

Nachhaltigkeit

Das Gebäude setzt überwiegend auf ökologische und gesunde Materialien. Statt OSB-Platten wurden emissionsarme ESB-Platten verbaut und der diffusionsoffene Wandaufbau mit Holzfaserdämmung garantiert einen optimalen Wärmeschutz im Sommer. Die Energieversorgung erfolgt über eine Luft-Wärme-Pumpe, unterstützt durch eine PV-Anlage auf der südlichen Dachhälfte.

Ressourcenschonung zeigt sich auch im Detail: Eine Zisterne ermöglicht die Nutzung von Regenwasser für die WC-Spülung. Das Fällen einiger weniger Bäume ließ sich im Prozess nicht vermeiden. Das Holz dieser Bäume wird nun in den Bauprozess integriert und zu Möbeln für den Kita-Außenbereich verarbeitet.

Zuletzt hat auch die Verlegung der Stellflächen von der Dachfläche in die Tiefgarage mehrere positive Effekte: Die Tiefgarage ermöglicht eine flexible Grundrissgestaltung des Gebäudes darüber, was die Anpassungsfähigkeit über Generationen hinweg verbessert. Sie minimiert die zusätzliche Flächenversiegelung im Quartier im Vergleich zu ebenerdigen Stellplätzen, und darüber hinaus werden Emissionen von den sensiblen Spielbereichen der Kita ferngehalten.

Ausgangslage

Die Stadt Leonberg plant einen Ersatzneubau für die Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Warmbronn, da der bestehende Standort funktionale Defizite aufweist und nicht mehr den aktuellen Standards entspricht.

Das Projekt mit einer Bruttogrundfläche von ca. 1.400 m² entsteht in einer anspruchsvollen Lage im Außenbereich ohne vorliegenden Bebauungsplan, östlich der bestehenden Wache. Eine besondere Herausforderung ist die Sensibilität des Ortes: Das Baugrundstück grenzt an ein geschütztes Biotop (Feuchtwiese), das durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden darf.

Feuerwehr Leonberg-Warmbronn Lageplan
Lageplan

Konzept

Der Neubau wird auf einer Freifläche neben dem Bestandsgebäude errichtet, wobei die Planung dahingehend optimiert ist, dass der uneingeschränkte fortlaufende Betrieb der bestehenden Wache während der gesamten Bauzeit gewährleistet ist. Erst nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrhauses erfolgt der Rückbau des Altbestands sowie die Renaturierung der freiwerdenden Flächen.

Der Standort Warmbronn wird künftig eine wichtige Rolle für die Gesamtwehr der Stadt Leonberg spielen. Das Raumprogramm umfasst neben der Fahrzeughalle, einer Übungstreppe und einem Schulungsraum auch ein Katastrophenschutzlager. Besonderer Wert wurde auf optimierte interne Abläufe gelegt, etwa durch einen Alarmeingang mit angeschlossener Schleuse und flexibel gestaltbare Umkleidebereiche.

Feuerwehr Leonberg-Warmbronn
Ansicht

Nachhaltigkeit & Architektur

Das Gebäude wird als kompakter Baukörper in Holzständerbauweise realisiert, wobei eine klare thermische Trennung zwischen Fahrzeughalle und dem Sozialtrakt (Warmbereich) besteht. Die zeitlose, reduzierte Architektur setzt mit ihrer Holzfassade ein bewusstes Zeichen für nachhaltiges Bauen bei Zweckbauten.

Auch im Innenraum bleibt das Material Holz an vielen Stellen sichtbar. Das Energiekonzept umfasst ein Retentionsdach mit PV-Anlage sowie ein Retentionsbecken in den Außenanlagen. Damit verbindet der Entwurf moderne Funktionalität mit ökologischer Verantwortung.

Die Nutzenden im Blick

Die Architektur hat die Bedürfnisse der Nutzenden im Fokus und die Optimierung interner Abläufe zum Ziel. Der Alarmeingang ist mit einer Schleuse versehen, so dass die Einsatzkräfte nach Ankunft direkt durch die Schleuse in die Umkleidebereiche geleitet werden. Die Umkleiden sind flexibel gestaltet und können künftig je nach Bedarf neu aufgeteilt werden. Der Schulungsraum, der auch größere Veranstaltungen beherbergen kann, gibt den Blick auf die Fahrzeughalle frei und verfügt über eine großzügige, helle Loggia nach Südwesten.

buerohauser ist für Architektur und Tragwerksplanung verantwortlich.

Ausgangslage

Das Grundschulgebäude aus den Jahren 1978 und 1996 stand vor einer notwendigen energetischen Sanierung und Ertüchtigung: Die Schule verfügte über eine komplett veraltete und teilweise nicht mehr sichere Gebäudetechnik. Die Gebäudehülle wies zudem diverse Leckagen auf, die zu einem deutlich erhöhten Energiebedarf führten.

Im Zuge der Detailplanung wurde entschieden, eine umfassende Generalsanierung durchzuführen, die die Erneuerung sämtlicher Installationen einschloss. Das übergeordnete Ziel war es, den Schulstandort zu erhalten und für die Zukunft fit zu machen, indem das Gebäude an die aktuelle Vorschriftenlage sowie an moderne pädagogische Konzepte angepasst wurde.

Auf Wunsch des Bauherrn wurde darauf geachtet, das gewohnte Erscheinungsbild der Schule nicht zu stark zu verfremden und so deren Identität zu erhalten.

Konzept & Umsetzung

Die Sanierung umfasste den vollständigen Austausch der Installationen und der Gebäudetechnik. Die gesamte Gebäudehülle wurde mit einem Vollwärmeschutz versehen, in dem mineralische Systeme Anwendung fanden. Diese bestechen durch eine hohe Diffusionsfähigkeit, exzellenten Brandschutz und eine positive Ökobilanz.

Anstelle einer konventionellen mechanischen Lüftungsanlage wurde eine kontrollierte natürliche Belüftung über Kippflügel mit dem System WindowMaster realisiert. Diese sorgt trotz der Glasfassade des Gebäudes auch an heißen Tagen für ein angenehm kühles Raumklima.

Ein wesentlicher Mehrwert für die Nutzenden wurde durch die Umsetzung einer bereits im ursprünglichen Bauplan angedachten Idee geschaffen: Auf unser Bestreben hin wurden die damals nicht realisierten Außentüren der Klassenräume nun umgesetzt. Diese ermöglichen den unkomplizierten Zugang vom Klassenraum zum Außenbereich, was neue pädagogische Ansätze in Form von Außenunterricht vereinfacht. In den Klassenzimmern ermöglicht die Sanierung außerdem künftig die Anwendung digitaler bzw. technisch gestützter Unterrichtsformen durch den Einsatz elektronischer Ausstattung.

Multidisziplinäre Zusammenarbeit war ein Dreh- und Angelpunkt im Projekt, da viele Themen der Fachplanungen HLS + E und Brandschutz mit in die architektonische Planung einflossen und gebündelt beim Projektleiter koordiniert wurden.

Nachhaltigkeit

Das Projekt legt einen starken Fokus auf nachhaltige und vor allem langlebige Lösungen. Erhalt und behutsame Modernisierung standen im Vordergrund. Es kamen weitestgehend natürliche Materialien zum Einsatz, wie beispielsweise bei den neuen Holz-Alu-Glasfassaden oder den Akustikdecken aus Holzwolle-Leichtbauplatten. Funktionierende Bauteile, wie bestehende Türen und Wandoberflächen, wurden ganz bewusst erhalten und instand gesetzt, um Ressourcen zu schonen.

Update: Anfang Dezember wurde Richtfest in Bengelbruck gefeiert, wo der Pavillon in Form einer Lagerhalle für die örtliche Abfallwirtschaft ein zweites Leben bekommt.

Ausgangslage

Für die Gartenschau „Tal X“ 2025 beauftragte der Landkreis Freudenstadt den Entwurf eines Ausstellungspavillons mit einer besonderen Anforderung: Das Gebäude sollte nach Veranstaltungsende nicht zurückgebaut, sondern dauerhaft als Fahrzeughalle für den Abfallwirtschaftsbetrieb weitergenutzt werden. Die Vision war also nicht, einen temporären Bau zu schaffen, der Abfall produziert, sondern eine Fahrzeughalle so vorausschauend zu planen, dass eine hochwertige Zwischennutzung als Pavillon möglich wird. Es entstand ein echtes Bauwerk mit doppeltem Zweck – geplant mit klarem Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit.

Konzept & Umsetzung

Die zentrale Herausforderung bestand darin, zwei grundlegend unterschiedliche Nutzungen – einen repräsentativen Ausstellungsraum und eine robuste Fahrzeughalle – in einer einzigen, klaren Struktur zu vereinen. Beide Nutzungsarten hatten in sich sehr spezifische Anforderungen: So sollte zum Beispiel im Pavillon ein separater Bereich für eine immersive Videoinstallation geschaffen werden. Die architektonische Antwort ist eine bewusst einfach gehaltene und nachhaltige Holzkonstruktion, deren Form und Materialität beiden Szenarien gerecht wird.

Das Gebäude basiert auf einem modularen Holztragwerk mit ästhetisch sichtbaren Fachwerkträgern. Die Fassade aus konisch gesetzten Lärchenleisten verleiht dem Baukörper eine natürliche, authentische Textur, während im Innenraum robuste OSB-Platten eine kostengünstige und zugleich ehrliche Gestaltung von Wänden, Böden und Decken ermöglichen. Dank des hohen Vorfertigungsgrades konnte eine extrem kurze Bauzeit von nur zwei Monaten realisiert werden.

Nachhaltigkeit & Wirtschaftlichkeit

Das Projekt führt die Themen Ressourcenschonung und Gestaltungsqualität konsequent zusammen. Die Konstruktion ist komplett demontierbar, und auf Metall wurde zugunsten von unbehandeltem, heimischem Holz weitgehend verzichtet. Die hinterlüftete Fassade aus senkrecht angeordneter Lärche schützt die Konstruktion zuverlässig und unterstreicht den ökologischen Anspruch.

Die enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Architektur und Tragwerksplanung, aber auch der enge Austausch mit der Bauherrschaft und der ausführenden Zimmerei waren entscheidend, um die gegensätzlichen Nutzungsanforderungen gestalterisch und wirtschaftlich zu verbinden. So entstand ein durchdachter Holzbau, der bereit für seine zwei Lebensphasen ist. Die Gartenschau Tal X läuft von Mai bis Oktober 2025. Der Ab- und Wiederaufbau des Pavillons wird im Anschluss realisiert.

Ausgangslage

Die Gemeinde Karlsbad plant einen Ersatzneubau für das bestehende Feuerwehrgerätehaus in Langensteinbach. Ziel ist es, den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Feuerwehr gerecht zu werden, was am bisherigen Standort aufgrund funktionaler Defizite des Altbaus nicht mehr möglich war. Das neue Gebäude muss Platz für sieben Einsatzfahrzeuge (zum Teil mit Drehleiter) sowie eine Waschhalle bieten. Zudem sind über 50 Stellplätze für die Einsatzkräfte vorgesehen. Eine zentrale Anforderung ist die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit am Standort über die gesamte Bauphase hinweg. 

Konzept

Das Grundstück, auf dem das Bestandsgebäude steht und der Neubau entstehen soll, ist eher kompakt geschnitten. Während ursprünglich mit einem Teilabbruch und einer kostenintensiven Interimslösung geplant wurde, konnte buerohauser im VgV-Verfahren eine effizientere Lösung aufzeigen: Durch die geschickte Platzierung des Neubaus auf der verbleibenden Grundstücksfläche bleibt der Altbau während der Bauzeit unangetastet. Erst nach dem Umzug der Feuerwehr erfolgt der Rückbau. 

Die architektonische Form des Entwurfs mit seinen markanten schrägen Kanten ist eine direkte Folge aus diesen Überlegungen – er greift die örtlichen Gegebenheiten und die funktionalen Anforderungen gleichermaßen auf.

Feuerwehr Karlsbad-Langensteinbach, Lageplan
Lageplan: Der Ersatzneubau nutzt die kompakte Grundstücksgröße maximal aus, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden

Das Gebäudevolumen gliedert sich in zwei unterschiedlich hohe Baukörper: Der nördliche, höhere Teil beherbergt die Fahrzeughalle und den darüberliegenden Schulungsraum, der sich optisch über den südlichen, flacheren Trakt mit den Sozialräumen und sonstigen Flächen schiebt. 

Feuerwehr Karlsbad-Langensteinbach Ansicht
Ansicht

Sämtliche Abläufe einer modernen freiwilligen Feuerwehr wurden optimiert. Kreuzungsfreie Wege für ankommende und ausrückende Fahrzeuge garantieren Sicherheit im Einsatzfall. Im Inneren ermöglichen flexible Umkleidebereiche und ein durchdachtes Schleusenkonzept die konsequente Schwarz-Weiß-Trennung zur Vermeidung von Kontaminationsverschleppung. 

Architektur & Gemeinschaft

Visuell besticht der Entwurf durch eine schlichte Fassade, die durch farbliche Akzente und gestalterische Elemente aufgelockert wird. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Aufenthaltsqualität für die Feuerwehrangehörigen: Der großzügige Schulungsraum verfügt über eine Terrasse mit weitem Blick über den Ort. Ein weiterer Außenbereich im Süden bietet Raum für Gemeinschaft, was den Freiwilligendienst attraktiver macht und das Vereinsleben stärkt. Der Feuerwehrhof dient zudem als Übungsfläche. 

Feuerwehr Karlsbad-Langensteinbach, Ansicht
Schnitt

Nachhaltigkeit

Das Gebäude ist in nachhaltiger Holzbauweise geplant, womit ein zukunftsweisendes Zeichen gesetzt wird. Die enge interne Zusammenarbeit der Disziplinen Architektur, Tragwerksplanung und der Freianlagenplanung bei buerohauser im Zusammenspiel mit den weiteren beauftragten Fachingenieuren ermöglicht eine ganzheitliche Lösung, die sowohl städtebaulich als auch funktional überzeugt.

Ausgangslage

Das denkmalgeschützte, vierstöckige Schulgebäude von 1867 soll unter Berücksichtigung der historischen Substanz generalsaniert und für die weitere Nutzung als Städtische Musikschule ertüchtigt sowie barrierefrei erschlossen werden.

Die Außenfassade im Erdgeschoss besteht aus Buntsandstein, die darüberliegenden Stockwerke sind mit einer kleinformatigen Schindelfassade versehen. Die Sprossenfenster haben eine Frieseinfassung und Holzklappläden. Die Dachform ist als Walmdach ausgeführt.

Musikschule Bestand: Die Fassade
Unter Berücksichtigung der historischen Substanz wird das Gebäude behutsam generalsaniert.
Musikschule Bestand: Treppenhaus

Entwurfskonzept

Ein rückwärtiger Anbau aus den 1970er Jahren wird abgebrochen und durch einen neuen, zweiteiligen Baukörper ersetzt, der sich auf das Erdgeschoss und einen markanten Turm an der Westfassade des Baus erstreckt, der den barrierefreien Aufzug sowie den Sicherheitstreppenraum beherbergt.

Visualisierung der Musikschule Altensteig
Visualisierung der Musikschule Altensteig mit Treppenturm aus Profilbauglas: Baustart ist im Sommer 2025

Ein Kern aus Stahlbeton bildet das Foyer im Erdgeschoss sowie den Treppenraum. Der übrige Anbauteil wird in Holzständerbauweise ausgeführt. Hier sind neben dem Foyer auch WC-Anlagen, Teile der Lüftungstechnik und Lagerflächen untergebracht. Die Fassade dieses Bereichs wird mit Naturholz bekleidet, wobei die Eingangsbereiche durch Fassadenplatten akzentuiert werden. Der Anschluss an die Bestandsfassade erfolgt geschossweise. Der Treppenturm erhält eine dreiseitige Fassade aus Profilbauglas.

Die Generalsanierung im Außenbereich erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt und beinhaltet eine neue Dacheindeckung, Ausbesserungen der Schindelfassade, der Friese, der Holzklappläden, Austausch der Fenster und die Sanierung des Natursteinmauerwerks.

Im Innenbereich werden die Oberflächen ertüchtigt und zum Teil erneuert, Trockenbauwände eingebaut und zusätzliche Sanitärräumlichkeiten geschaffen. Historische Stuck- und Holzelemente werden restauriert und die Haustechnik vollständig erneuert (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro).

Das Brandschutzkonzept im Bestand wird in Verbindung mit dem neu zu errichtenden Flucht-Treppenhaus neu aufgestellt.

Baustart ist im Sommer 2025.

Ausgangslage

Das Projekt basiert auf dem Grundgedanken eines Wohnraumtauschs zur Optimierung der Nutzung von Bestandsimmobilien. Senior:innen wird der Umzug aus oft zu groß gewordenen Eigenheimen in barrierefreie Mietwohnungen vor Ort erleichtert. Der Neubau besticht durch kompakte, optimierte Grundrisse und Gemeinschaftsflächen, die Begegnung und sozialen Austausch fördern. Die freiwerdenden Bestandsimmobilien können anschließend von Familien bezogen werden, wodurch eine effizientere Ausnutzung des vorhandenen Wohnraums im Quartier erreicht wird. Optional unterstützt der Projektinitiator die Vermietung der Bestandsimmobilien, um den Umzugsprozess für die Senior:innen zu erleichtern. Bei der Planung und Umsetzung des Neubaus soll möglichst ressourcenschonend vorgegangen werden.

Konzept & Umsetzung

Der Neubau beinhaltet acht barrierefreie Wohneinheiten sowie großzügig dimensionierte Gemeinschaftsflächen. Das architektonische Konzept zielt auf die Förderung sozialer Interaktion und nachbarschaftlicher Beziehungen durch eine offene Grundrissgestaltung und gemeinschaftsfördernde Erschließungsbereiche ab. Die Erschließung erfolgt über einen vorgelagerten Laubengang, der zusammen mit den überdachten Balkonen neben der sozialen Funktion auch Witterungsschutz und sommerliche Verschattung bietet.

Eingang seitliche Ansicht
Ausblick vom Balkon
Treppe


Zusätzlich zu den Wohneinheiten stehen den Bewohnern vielfältig nutzbare Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung: ein Werkstattbereich, ein Atelier, eine Waschküche sowie weitere Abstellräume und ein Gemeinschaftsraum mit Küche und Kochinsel. Diese erweitern das funktionale Angebot und stärken die Hausgemeinschaft.

Der Hauptbaukörper wurde in modularer Holzbauweise errichtet. Für das Tragwerk kamen vorgefertigte Wand- und Deckenelemente aus Brettsperrholz (BSP) zum Einsatz, dessen Holz aus nachhaltiger regionaler Forstwirtschaft im Schwarzwald stammt. Selbst der Aufzugsschacht wurde als vorgefertigtes Vollholzelement realisiert.

Diesem Holzkörper sind Laubengänge und Balkone als robuste Stahlbetonkonstruktion vorgelagert. Die Fassade wird durch eine umlaufende, vertikale Holzlamellenstruktur geprägt.

Das Energiekonzept setzt auf regenerative Quellen: Die Wärmeversorgung erfolgt primär über eine Solarthermieanlage mit Pufferspeicher, ergänzt durch eine Holzfeuerstätte. Die Wahl der Holzbauweise mit regionalem Baustoff und das Energiekonzept unterstreichen die hohe ökologische Qualität des Gebäudes.

Fazit

Das Projekt „Das Neschtle“ verknüpft soziale Zielsetzungen wie altersgerechtes Wohnen und Gemeinschaftsförderung mit ökologischen Aspekten wie nachhaltiger Holzbauweise und einem regenerativen Energiekonzept sowie ökonomischen Überlegungen, insbesondere in Bezug auf die effiziente Wohnraumnutzung. Es stellt ein zukunftsweisendes Wohnmodell dar, das einen Beitrag zur lokalen Wohnraumversorgung leistet und die Klimaschutzagenda unterstützt. Die Architektur adressiert hierbei spezifisch die Bedürfnisse der älteren Generation und leistet gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Quartiersentwicklung.

Ausgangslage

Das markante Gebäude, erbaut im Jahr 1910 als Wohnhaus, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zuletzt als Notariat genutzt, stand das denkmalgeschützte Jugendstil-Objekt längere Zeit leer. Die Stadt Nagold plante, das historische Bauwerk zu erhalten und ihm eine neue, sinnvolle Bestimmung zu geben. Zukünftig sollen hier moderne Verwaltungsräume für die Betriebe der Stadtwerke entstehen. Dabei war es von größter Bedeutung, die wertvolle historische Bausubstanz zu respektieren und bauzeittypische Ausstattungen wieder sichtbar zu machen.

Notariat Nagold, Bestand
Bauen im Bestand: Ziel ist die behutsame Erhaltung und Optimierung des denkmalgeschützten Gebäudes für kommende Generationen
Notariat Nagold, Bestand: Treppe

Konzept & Umsetzung

Das Konzept folgt dem Prinzip des „minimalen Eingriffs“: Die Grundrisse werden für die neue Nutzung nur geringfügig angepasst, sodass die bestehende Raumstruktur weitestgehend erhalten bleibt. Auch die ehemalige Wohnung im Dachgeschoss wird in die Büronutzung integriert, wodurch das gesamte Gebäude als eine Verwaltungseinheit fungiert.

Während der Sanierungsbedarf im Inneren größtenteils überschaubar ist, erfordert die Dachkonstruktion inklusive der Gauben eine umfassende Instandsetzung. Die Gebäudetechnik wird grundlegend modernisiert: Die Erneuerung der sanitären Anlagen sowie der gesamten Elektro-, Trinkwasser- und Heizungsinstallationen stellt den Betrieb für die Zukunft sicher.

Denkmalschutz & Innenraumkonzept

Ein zentrales Ziel des Entwurfs ist die Wiederherstellung des historischen Glanzes. Die repräsentative Treppenanlage aus Eichenholz wird originalgetreu aufgearbeitet, ebenso wie die wenigen erhaltenen Parkettböden und die historischen Holztüren mit Glaselementen. Der vorhandene Deckenstuck und der historische Fliesenboden im Windfang bleiben als identitätsstiftendes Merkmal erhalten.

Rendering Innenraum, Treppe
Visualisierung Innenraum

Um modernen Arbeitsanforderungen gerecht zu werden, kommen in den Büros zur Optimierung der Raumakustik Deckensegel (Heradesign) zum Einsatz. Das Farb- und Materialkonzept orientiert sich am historischen Bestand: Befunduntersuchungen der ursprünglichen Farbschichten fließen in die Gestaltung mit ein.

Notariat Nagold Farbkonzept
Farb- und Materialkonzept

Nachhaltigkeit

Bei der energetischen Sanierung wird mit Augenmaß und Rücksicht auf die Denkmaleigenschaft vorgegangen. Ziel ist eine Orientierung am Standard KfW 100 Denkmal. Das Dach wird mit einer Holzfaserdämmung energetisch ertüchtigt. Auf eine mechanische Lüftungsanlage wird verzichtet, stattdessen setzt das Konzept auf natürliche Fensterlüftung. Der Außenbereich wird nutzungsorientiert neugestaltet, inklusive neuer Baumpflanzungen und eines Erdpufferspeichers.