Das war der Innenarchitektur-Summit 2025
Update des ursprünglichen Artikels: Die Ankündigung des Events befindet sich weiter unten
Die Beharrlichkeit im Umgang mit Bestandshürden ist der richtige Weg – ein Appell, der Mut macht: Inspiriert und vernetzt kehren Gabriela und Ruben Hauser, Natalie Ziesemer und Annika Butting vom ersten Innenarchitektur-Summit in Berlin zurück. Der Fachkongress etablierte sich als wichtiger Treffpunkt für Innenarchitekt*innen, Planer*innen und Gestaltungsdisziplinen und bot eine hohe Dichte an Fachexpertise und richtungsweisenden Diskussionen.
Die zentralen Erkenntnisse und thematischen Schwerpunkte des Summits lassen sich in vier prägnanten Thesen zusammenfassen:
1. Der Bestand als ästhetische Ressource
Der Diskurs rückte den Bestand als fundamentale Ressource in den Mittelpunkt. Es geht nicht mehr nur um das Recycling von Materialien, sondern um eine ästhetische Umdeutung des Vorhandenen. Die Fachwelt plädiert dafür, mit Ehrfurcht und Kontextbewusstsein zu agieren, das Materialwissen des Handwerks zu integrieren und das Bauen im Bestand als behutsames Reparieren zu verstehen.
2. Mut zur bewussten Imperfektion
Ein wiederkehrender Gedanke war die Notwendigkeit, die Angst vor der Nichtbeherrschbarkeit von Prozessen zu überwinden. Da Perfektion immense Ressourcen kostet, die heute nicht mehr zur Verfügung stehen, wird Imperfektion nicht als Mangel, sondern als Chance für Erneuerung und Authentizität interpretiert.
3. Haltung und Konzept klar vertreten
Der Summit identifizierte eine klare Herausforderung für die Innenarchitektur: Die Branche muss ihre Haltung und ihre Konzepte noch klarer und lauter vertreten. Es gilt, entlang der Normen zu kämpfen, um nutzerorientierte und zukunftsfähige Lösungen auch gegen Widerstände durchzusetzen.
4. Die Verantwortung für den Menschen im Raum
Die wichtigste Erkenntnis betrifft die soziale Verantwortung: Innenarchitektur gestaltet „Sinneslandschaften“ und trägt maßgeblich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Nutzenden bei. Räume können Einsamkeit bekämpfen und tragen zur Stärkung der Innenstädte bei. Die Aufgabe geht damit über das bloße „Beherbergen“ hinaus – sie zielt darauf ab, Menschen durch Räume zu stärken.
Das Fazit des ersten Innenarchitektur-Summits lautet, dass die Umbauwende im Inneren beginnt. Die Veranstaltung des bdia zeigte eindrücklich, dass die Kraft, die im gebauten Raum steckt, das größte Kapital der Branche ist, um die „Hoffnungsdiagonale“ der Baukultur zu gestalten.
Hier ein paar Eindrücke vom Event (Fotos: Till Budde; Foto des Teams: buerohauser):







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Vom 7. bis 9. November findet in Berlin der Innenarchitektur-Summit 2025 statt. Dieser erstmalige Fachkongress richtet sich nicht nur an Innenarchitekt:innen, sondern an alle Planungs- und Gestaltungsdisziplinen. Er dient als wichtige Plattform zur Förderung des Dialogs und des fachlichen Austauschs zwischen Expert:innen aus der Innenarchitektur, Architektur, Wissenschaft und Politik.
buerohauser-Geschäftsführerin und bdia-Vizepräsidentin Gabriela Hauser nimmt dabei am Format Spotlights teil: Anhand konkreter eigener Projekte zeigen bdia Innenarchitekt:innen in den Spotlights, wie Bestandstransformation gelingt. Die Vortragenden teilen ihre praktischen Erfahrungen, Herausforderungen und kreativen Lösungen. Mit dabei sind außerdem Elena Laschewitsch und Yordanka Rotta von Aboutlama Interior Architects, Julia Schneider von iam interior.architects.munich, Veronika Kammerer von studio lot, Andrea Rausch von baukind sowie Mirko Götzen von LIXIL / Grohe AG.
Der Innenarchitektur-Summit 2025 wird vom bdia bund deutscher innenarchitektinnen und innenarchitekten veranstaltet. Das Berliner Team von buerohauser wird vor Ort sein – wir freuen uns auf Inspiration und Austausch!







