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Amphitryon oder Beichtstuhl, Freiluftbühne oder Partykeller? Beim Thema Raumakustik dreht sich alles darum, wie Räume genutzt werden, um ein bestmögliches akustisches Resultat und sauberes Klangempfinden zu erzeugen. Beim Schallschutz kommt es darauf an, welche Materialien verwendet werden, die den Schall am wenigsten weiterleiten. Was zu guter Raumakustik und wirksamem Schallschutz führt und welche Dinge wir besonders wichtig finden, lesen Sie hier.

Von der Bauphysik ausgehend sind es vor allem zwei Bereiche, die eine wichtige Rolle einnehmen. Das sind die Raumakustik und der Schallschutz. 

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Raumakustik

Bei der Raumakustik geht es darum, wie die Oberflächenstruktur neben der Raumgeometrie beschaffen ist. Wände, Decken, Fußböden sind so ausgestaltet, um entweder Schall zu reduzieren oder zu reflektieren. Dabei ist es essenziell, welche Oberflächenstruktur und Materialität gewählt wird.


Möchte man Schall reduzieren, greift man zu weichen Materialien bzw. zerklüfteten, rauen oder strukturierten Oberflächenschichten. Eine mit Löchern versehene abschließende Decke hilft, Schall zu absorbieren, aber auch Stofffalten bei raumtrennenden Vorhängen „schlucken“ den Schall.

In Konferenz- oder Klassenräumen ist der Anspruch ein anderer: Die sprechende Person soll von allen Positionen im Raum gut gehört werden können, der Schall muss reflektiert werden. Dazu wird oftmals die Wand hinter dem Redner und teilweise die Decke mit schallreflektierenden Oberflächen ausgestattet.

Hierzu verwendet man eher glatte, harte Oberflächen, wie z. B. Glas. Aber auch glatt geschalter Beton wirkt schallreflektierend. Damit aber nicht auch jedes Geräusch der Zuhörenden im Raum hörbar wird, muss in diesem Teil des Raumes der Schall absorbiert werden. Die der sprechenden Person gegenüberliegende Wand muss den Schall „schlucken“, damit kein Echo entsteht.

Fachplaner und Bauakustiker beraten hier gerne, um Hallzeiten und weitere Vorschriften einzuhalten.

Ein Vortragsraum mit Absorberflächen. Links ungünstig hinter dem Redner und mittig an der Decke: Die Ansprache des Redners wird reflektiert und erzeugt ein störendes Echo. Rechts günstig angeordnete Absorberflächen an der dem Redner gegenüberliegenden Wand und im hinteren Teil der Decke: Die Ansprache wird von der Decke reflektiert und so verstärkt und weitergetragen, das Echo wird durch den Absorber vermieden.
Ein Vortragsraum mit Absorberflächen. Links ungünstig hinter dem Redner und mittig an der Decke: Die Ansprache des Redners wird reflektiert und erzeugt ein störendes Echo. Rechts günstig angeordnete Absorberflächen an der dem Redner gegenüberliegenden Wand und im hinteren Teil der Decke: Die Ansprache wird von der Decke reflektiert und so verstärkt und weitergetragen, das Echo wird durch den Absorber vermieden.
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Schallschutz

Beim Schallschutz geht es darum, wie stark oder schwach Materialien in Schwingung versetzt werden können.

Je stärker ein Material in Schwingung versetzt werden kann, desto mehr Schall wird weitergeleitet. Da Lärm krank macht, achten wir darauf, wie Lärm von außen vermieden, aber auch zwischen den Räumen minimiert werden kann.

Ein relativ einfaches Prinzip, Schwingung zu reduzieren, ist Masse: Je mehr Gewicht oder Masse ein Baukörper besitzt, desto schlechter lässt er sich in Schwingung versetzen. Er wirkt schallschützend und hält Lärm auf. Masse bedeutet aber auch mehr Rohstoffe und diese verursachen Kosten und CO2

Um kostengünstigen und ressourcenschonenden Schallschutz gewährleisten zu können, verwenden wir unterschiedliche Materialien mit voneinander abweichenden Oberflächenschichten.

Der Trick dabei ist, dass die unterschiedlichen Schichten voneinander getrennt sind und so die Schwingung nicht durch die Wand geleitet wird. 

Zwischen den Schichten kann Schall gut absorbiert werden, in dem man weiche Dämmmaterialien wie z. B. Schur- oder Mineralwolle verbaut. Außerdem nutzt man eine Doppelständerwand, die dann wie zwei direkt hintereinanderliegende Wände wirkt.

Aufbau einer Wohnungstrennwand als Doppelständerwand mit weicher Zwischenlage. Schalltechnisch vergleichbar mit einer 20 cm Mauerwerkswand, aber mit 80 kg/m² deutlich leichter als das Mauerwerk mit ca. 284 kg/m².
Aufbau einer Wohnungstrennwand als Doppelständerwand mit weicher Zwischenlage. Schalltechnisch vergleichbar mit einer 20 cm Mauerwerkswand, aber mit 80 kg/m² deutlich leichter als das Mauerwerk mit ca. 284 kg/m².

Bei Decken im Holzbau verhält es sich ähnlich, wobei festgehalten werden muss, dass man hier Masse braucht, um den Trittschall zu reduzieren.

Die Rohdecke muss schwer sein, damit sie sich nicht durch die Tritte von den oberen Räumen anregen lässt.

Hier nutzt man eine Splittschüttung, um Masse zu erzeugen, und eine weiche Trennschicht, um den Schall zu schlucken.

Diese Holzdeckenkonstruktion verbindet sinnvoll die beiden Elemente Wärme- und Brandschutz mit den Anforderungen von Akustik. Durch die spezielle Kombination von Oberflächengestaltung und Volumen der Deckenelemente wird Schall effektiv reduziert. Deckenaufbau (v.o.n.u) Estrich auf Trittschalldämmung und Splittschüttung, darunter die Rohdecke als Lignatur-Flächen-Element. Das von unten sichtbare geschlitzte Kastenelement aus Holz vereint Statik, Schallschutz, Akustik und Optik.
Diese Holzdeckenkonstruktion verbindet sinnvoll die beiden Elemente Wärme- und Brandschutz mit den Anforderungen von Akustik. Durch die spezielle Kombination von Oberflächengestaltung und Volumen der Deckenelemente wird Schall effektiv reduziert. Der Deckenaufbau (v.o.n.u): Estrich auf Trittschalldämmung und Splittschüttung, darunter die Rohdecke als Lignatur-Flächen-Element. Das von unten sichtbare geschlitzte Kastenelement aus Holz vereint Statik, Schallschutz, Akustik und Optik.

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