
Ein Haus, das sich anpasst: Sanierung eines Wohnheims in Herrenberg
2026
GWW Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH
Realisiert
2.130 m²
Architektur, Tragwerksplanung
Dirk Wilhelmy Fotografie
Herrenberg












Ausgangslage
Das Gebäude aus den 1980er-Jahren wird als Wohnheim für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf genutzt. Die Aufgabe: eine Kernsanierung ohne Anbau, die den Bestand respektiert und gleichzeitig zukunftsfähig macht. Das Gebäude sollte energetisch verbessert, barrierearm und vor allem auf die Bedürfnisse einer neuen Bewohnergruppe zugeschnitten werden – einer Gruppe, die Flexibilität, Sicherheit und ein Zuhause braucht, das sich anpasst, statt die Bewohner:innen zum Umzug zu zwingen.
Konzept & Umsetzung
Das sanierte Wohnheim in der Fröbelstraße ist ein Ort der Durchlässigkeit. Hier können Bewohner:innen je nach persönlicher Verfassung verschiedene Betreuungsformen in Anspruch nehmen – von der Therapeutischen Wohngruppe (TWG) bis zum Langfristig Intensiv Betreuten Wohnen (LIBW). Das Besondere: Niemand muss das Haus wechseln, wenn sich seine Lebenssituation ändert. Das Gebäude passt sich an – nicht umgekehrt.

Die Fassade strahlt nun in einem frischen Grünton, während vergrößerte Fensterfaschen den Fenstern optische Weite verleihen und das Haus offener wirken lassen. Fluchttreppen und -balkone sind durch filigrane Geländer und eine harmonische Farbgestaltung nahtlos in die Architektur integriert. Im Inneren schaffen bodentiefe Verglasungen Bezug zum Außenraum, helle Decken lassen die Räume höher wirken, und ein geschossweises Farbkonzept verbessert die Orientierung. Akustisch optimierte Materialien sorgen für eine angenehme Atmosphäre in Fluren und Gemeinschaftsräumen. Besondere Stabilität und beanspruchbare Einbauten bieten Sicherheit für alle – ohne die Wärme des Raums zu opfern.

Langlebigkeit ist Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit bedeutet hier vor allem: Erhalt des Bestands. Statt Neubau wurde das bestehende Gebäude saniert, energetisch optimiert und an neue Anforderungen angepasst. Die Materialwahl – von kratzfestem Putz bis zu robusten Möbeln – garantiert Langlebigkeit und minimiert Instandhaltungskosten. Sozial nachhaltig ist das Konzept der Durchlässigkeit: Es ermöglicht den Bewohner:innen, in vertrauter Umgebung zu bleiben, auch wenn sich ihre Bedürfnisse ändern.